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Parking Day

[dropcap]P[/dropcap]arkplätze, die normalerweise Autos vorbehalten sind, dürfen am Parking Day von 11 bis 16 Uhr von Anwohnern in Besitz genommen und umgestaltet werden. Bei der Aktion geht es um die Rückeroberung des städtischen Raums durch deren Bewohner. Schnell ein wenig Kunstrasen ausgerollt und ein paar Stühle aufgestellt, fertig ist der eigene kleine Park. Manche Teilnehmer sind jedoch noch viel kreativer. Sie nutzen die neu hinzugewonnenen Fläche um Boccia, Tischtennis oder Mühle zu spielen oder breiten ihre Yogamatten darauf aus. Wieder andere erschaffen Kunstwerke aus Ballons, stellen Pflanzen auf und vieles mehr.

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Das goldene Wohnzimmer des Modelabels Akjumii | Foto: Monika Schreiner

Wie so Vieles ist der Parkingday eine amerikanische Erfindung. Er geht auf das Jahr 2005 zurück, als in San Francisco die Rebar Group mit der Aktion aufzeigen wollte, wieviel Raum geparkte Autos beanspruchen. Bereits ein Jahr danach am 21. September 2006 beteiligten sich weltweit dreizehn Städte daran, inzwischen sind es an die 160. 2007 brachte die Umweltorganisation Green City die Idee nach München. Meine erste Begegnung mit dem Parking Day hatte ich letztes Jahr mehr oder weniger zufällig. Da hat in unserer Nachbarschaft der Bioladen Lebascha mitgemacht:

Deshalb wollte ich dieses Jahr unbedingt mehr darüber erfahren. Die meisten “Parks” befanden sich am Gärtnerplatz, in Giesing und in Haidhausen. Einen Überblick über die Teilnehmer bekommt ihr durch einen von Greencity herausgegebenen Plan. Um mitzumachen, muss man sich rechtzeitig anmelden, sonst kann der gewünschte Parkplatz nicht bezogen werden. Der Termin für den Parking Day ist immer am dritten Freitag im September. Da an dem Tag München meistens mit dem Oktoberfest beschäftig ist, hat Greencity dieses Jahr den Münchner Termin kurzerhand auf einen Samstag im Oktober verlegt.

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Der pinke Flamingo zeigt den Weg | Foto: Monika Schreiner

Da ich letztes Jahr bereits in Haidhausen unterwegs war, führte mich mein Weg dieses Mal an den Gärtnerplatz. Viele Parkbuchten um den runden Platz waren umgestaltet worden. Nicht nur Anwohner haben sich dort um einen “Park” beworben, sondern auch Organisationen mit einem umweltbewussten Background haben den Tag genutzt, um auf Ihre Angebote aufmerksam zu machen. So konnte man sich dort zu einem Wasserstoffauto informieren, es gab einen Stand der Bikekitchen oder einen Probierstand von Isar Kindl Bier. Probierstand deswegen, weil es nicht erlaubt ist, Alkohol zu verkaufen oder auch sonst irgendwie Profit zu machen.

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Die Bikekitchen zeigt Laien, wie sie ihr Fahrrad selbst reparieren | Foto: Monika Schreiner

Besonders schön glitzerte es vor dem Shop des Modelabels Akjumii. Auch die Mitarbeiter, Freunde und Kunden des Geschenkeladens Reichenbach 30  haben es sich auf der bereitgestellten Couch gut gehen lassen. Es war als hätten sie ihr Wohnzimmer auf die Strasse verlegt.

Da in Giesing laut Karte die meisten Flamingos zu finden sind, mache ich mich auch dahin auf den Weg. Dort waren unter anderem Greencity, ein Gemeinschaftspark vom Cafe Be-glückert und Siebenmachen, der Bioladen Vollcorner (mit Kürbischnitzen) und die Urbanknitters Kulturverstrickungen mit dabei. Von den weiteren angemeldeten Parks hab ich leider nur noch wenige gefunden. Um 16 Uhr mussten schon wieder die Plätze geräumt und den Autos zurückgegeben werden. Wie schade. Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass viele Passanten überrascht waren und noch nie vom Parking Day gehört hatten. Eine Tatsache, die sich ändern sollte und vielleicht ein Ansporn für jeden beim nächsten Mal selbst mitzumachen.

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