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Elektrisch Radeln

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Isarradtour | Foto: Monika Schreiner

Gerhards Bericht:

Die Zeit mit dem Ebike war eine interessante Erfahrung. Auch die Zeit danach. Als wir wieder auf unsere klassischen Fahrräder umgestiegen sind, hatten wir beide das Gefühl, daß mit dem Rad irgend etwas nicht stimmt. Es kam mir vor, als würde ich während des Fahrens die ganze Zeit bremsen oder jemand an meinem Fahrrad ziehen. Aber das war natürlich nur eine Täuschung. Die Unbeschwertheit des elektrischen Radelns war vorbei. Ich fahre eigentlich immer relativ schnell mit dem Fahrrad und dachte, mit dem eBike wäre ich noch ein wenig schneller. Aber letztlich bin ich damit genau so schnell unterwegs, dafür jedoch mit deutlich weniger Kraftaufwand. Da der Motor des eBike jedoch bei 25 km/h die Arbeit einstellt und das Fahrrad mehr Gewicht hat, kostet die Beschleunigung auf Geschwindigkeit über 25 km/h sogar mehr Kraft als bei meinen herkömmlichen Rädern. Bleibt man jedoch unterhalb der 25 km/h Grenze, fährt man mit einer unglaublichen Leichtigkeit. Am deutlichsten wird dies auf den ersten 15 Meter nach dem Losfahren oder wenn es bergauf geht. Wobei es eigentlich in München für eBike Fahrer gar keinen Berg gibt. Selbst der lange Anstieg am Gebsattelberg verliert vollkommen seinen “Schrecken” und es ist schon beeindruckend wie einen der Motor hier hochschiebt. In solchen Momenten hatte ich anderen Radfahrern gegenüber immer ein schlechtes Gewissen und mich als “Betrüger” gefühlt. Mit einem eBike unter dem Hintern fühlte ich mich mich weder als Radfahrer, noch einer anderen Gruppe im Straßenverkehr zugehörig. Verkehrstechnisch bringt die flotte Fahrweise eher Probleme. Die Geschwindigkeit eines eBikes wird von Autofahrern noch eher unterschätzt und erfordert vom Radfahrer eine gute Fahrtechnik und schnellere Reaktionsfähigkeit. Genau diese Voraussetzungen sind oft bei älteren eBike Radlern nicht gegeben. Mir ist öfter aufgefallen, daß manch ein eBiker viel zu schnell in eine enge Kurve fährt, weil der Motor zu stark und unerwartet anschiebt.

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Detail Cannondale E-Bike | Foto: Gerhard Bauer

Während des Test habe ich mir oft Gedanken gemacht, ob mein nächstes Fahrrad ein eBike wird. Die Technik ist mittlerweile sehr ausgereift und ich würde selbst bei fast täglicher Fahrt ins Büro ( hin und zurück ingesamt 15 km ) mit circa einer Akkuladung pro Woche auskommen. Der Akku kann bequem entnommen werden und wird zum Aufladen an das mitgelieferte Netzteil angeschlossen. Die Technik von Bosch macht einen sehr ausgereiften und stabilen Eindruck. Wahrscheinlich würde ich mit dem eBike noch öfter auf die Ubahn verzichten. Momentan sind mir jedoch die Anschaffungskosten für ein gutes eBike die Folgekosten für Ersatzakku und eventuelle Reparaturen zu hoch. Dem eBike gehört ohne Zweifel die Zukunft, aber bei mir muß die Zukunft noch ein wenig warten.

Monikas Bericht:

Mein Fahrrad ist für mich, was für andere Leute das Auto ist. Ich benutze es fast täglich, nur während der kalten Münchner Wintermonaten muss es zu Hause bleiben. An schönen Tagen fahre ich bis zu 30 Kilometer. Im Spass habe ich einmal ausgerechnet, dass, wenn ich all die Kilometer zusammenzählen würde, die ich in einem Jahr fahre, bis nach Oslo kommen würde. Gut nicht? So war ich gespannt, wie sich ein E-Bike im Münchner Stadtalltag bewährt. Bereits vor drei Jahren ich das erste Mal auf der Bike Expo (die Messe gibt es leider nicht mehr) eines getestet.

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In voller Fahrt | Foto: Gerhard Bauer

Das Fazit des zweiwöchigen Test ist, ich komme immer einen Tacken schneller in der Arbeit und einen schneller bei Regen wieder nach Hause. Aber die Geschwindigkeitsspritze geht nur bis 25 km/h, dann fällt das Treten sichtlich schwer. Eine eingebaute Drosselung sorgt dafür, dass man nicht zu schnell fährt. Dennoch mein Rat, nur geübte Radler sollten Ebikes im Stadtverkehr nutzen, da man insgesamt flotter unterwegs ist und sich dadurch das Unfallrisiko erhöht. Eine neue Erfahrung für mich war die Geschwindigkeitsmessung. Bisher hatte ich nie einen Tacho, weil mich Geschwindigkeit im eigentlichen Sinne nie interessiert hat. Das Steuerungselement am Lenker allerdings konfrontiert einem unweigerlich damit, wie schnell man fährt und so lerne ich innerhalb kurzer Zeit die Zahl, die mich vorne anblinkt, besser einzuschätzen. Wieder umgesattelt auf mein eigenes Rad, erging es mir ähnlich wie Gerhard. Irgendwie hatte ich das Gefühl, nicht vom Fleck zu kommen, obwohl mein “Stadtpferd” wirklich nicht von der langsamen Sorte ist. Seltsam nicht?

eBike kaufen?

Wer sich ein eBike zulegen möchte, sollte sich jetzt umsehen. Die Fahrradsaison ist zwar vorbei, aber bei den Händlern kann man im Spätherbst und im Winter das eine oder andere Schnäppchen machen. Wer sich ein 2015er eBike zulegen möchte, kann sich jetzt zum Beispiel bei Cannondale in Ruhe über die neuesten Modelle schlau machen. Bei vielen Online-Händlern kann sowohl noch Restmodelle von 2013 und 2014 finden oder die neue Generation von 2015 vorbestellen. Natürlich sollte man sein Wunschmodell auf jeden Fall Probe fahren um die richtige Größe für sich zu finden.

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2 Kommentare

  • Antworten
    Erfahrungen mit 3 Jahren eBike - Licht und SchattenWilfrieds Blog …
    12. Oktober 2014 at 20:27

    […] Artikel zu eBikes gelesen. Unter anderem in der Zeit Ein Autofan lässt den Wagen stehen, Elektrisch Radeln im Isarblog und Velophil wiederum in der Zeit. Da ich schon seit 3 Jahren ein eBike fahre, berichte […]

  • Antworten
    Daniel
    22. Oktober 2014 at 20:42

    Schöner Bericht über die E-Bikes. Leider ein Thema was meines erachtens immer noch etwas zu kurz kommt.

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