»Thierry Mugler: Couturissime«

Die Ausstellung Thierry Mugler Couturissme ist genau das, was wir gerade in diesen Zeiten brauchen, nämlich ein bisschen Farbe und Spektakel in unserem Alltag. Sie bring ein wenig „Verrückheit“ in eine Zeit des Homeoffice und der „Jogginghose“. All die vielen ausgefallenden Details der Entwürfe sind so inspirierend, dass man sich am liebsten in der nächsten Modeboutique einen goldenen Blouson kaufen möchte oder eine in bunten Farben schillernde Robe. Das Tragen an sich erfordert dann ein bisschen Mut, aber die hat man nach dem Besuch der Ausstellung garantiert.

Mugler hat die Mode der 80er Jahre stark mitgeprägt | Foto: Monika Schreiner


Freilich ist die „Haute Couture“ Mode eines Thierry Muglers eher für den Laufsteg gedacht. Es sind schließlich kleine Kunstwerke, oft mit für die damalige Zeit sehr innovativen Materialien und einem kleinen Augenzwinkern. Inspiriert wurde Mugler, der sich selbst eher als Regisseur sieht, unter anderem durch futuristische Filme wie „Metropolis“ von Fritz Lang. Er inspirierte ihn zu seiner Robot-Couture.

Neben Haute Couture hat der Modedesigner und ausgebildete Balletttänzer auch Kleider für Theateraufführungen und für viele der Stars der 80er und 90er Jahre kreiert. Mit ihnen schickt er sie auch gleich auf den Laufsteg oder auf die Bühne. So ist David Bowies grüner Mantel genauso zu sehen wie einige der Kleider aus der Aufführung von Macbeth des Festival d’Avignon aus dem Jahre 1985. Da das Originalkleid von Lady Macbeth nicht ausgestellt werden kann, hat Michel Lemieux zusammen mit einer Tänzerin eine beeindruckende Videoinstallation für die Ausstellung produziert. Sie heißt „The Disappearance of Lady Macbeth“. In ihr geht das Kleid in Flammen auf.

Ein Kleid aus dem Video „Too Funky“ von George Michael | Foto: Monika Schreiner

Ein weiterer Aspekt der Ausstellung sind die fotografischen Arbeiten des Designers sowie der Videoclip für George Michael „Too Funky“, in dem Thierry Muglers Kleider bei einer Modenschau präsentiert werden. Auch Lady Gaga, Madonna oder anderen Popgrößen tragen seine sexy (Robot-)Couture bei ihren Auftritten und in ihren Videos. Alles starke und unabhängige Frauen. Sie verkörperten genau Muglers Frauenideal. Ausschnitte davon werden ebenfalls in der Ausstellung gezeigt.

Die Ausstellung beeindruckt durch ihre Viefalt. Selbst wenn man mehrmals durch geht, entdeckt man immer wieder Neues. Es lohnt sich auch sich näher mit dem Beschreibungen und Hintergründen auseinander zu setzen, denn dann entdeckt man zum Beispiel eines der wohl teuersten Kleider der Welt mit abertausende Perlen und Pailetten, alle von Hand angenäht.

Die Tierwelt hat Mugler auch inspiriert | Foto: Monika Schreiner

„Couturissme“ ist übrigens die erste Retrospektive von Thierry Mugler überhaupt. Sie ist von Montreal über Rotterdam in die Kunsthalle München gekommen. Wie schon die „Jean Paul Gaultier“ Ausstellung vor einigen Jahren ist „Couturissme“ ein Fest für die Augen und läßt die Herzen nicht nur der Modefans höher schlagen. Das Einzige was wir vermisst haben war, wir hätten zu gerne den Duft der Mugler Parfums gerochen, aber das läßt sich ja in der Parfümerie gegenüber eventuell nachholen …

Ein Torso stellvertretend für die Mode von Thierry Mugler| Foto: Monika Schreiner

»Thierry Mugler: Couturissime«

25.05.2020 —
28.02.2021
Kunsthalle München

Theatinerstraße 8, 80333 München

Weitere Veranstaltungstipps für München:

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