#theater 27. März 2018 //

radikal jung 2018

Radikal Jung 2018 Theaterfestival - Fahrenheit 451

Fahrenheit 451 nach dem Roman von Ray Bradbury, Regie: Wilke Weermann | Foto: Björn Klein

Wer in München ins Theater geht und sich das Publikum einmal genau anschaut, wird immer noch feststellen, daß die meisten der Zuschauer alles andere als jung sind. Dieser Tatsache entgegenzuwirken ist sicher nicht einfach. Matthias Lilienthal hat sich mit den Kammerspielen auf diesen Weg gemacht, allerdings hat sich die Hinwendung zum jüngeren Publikum anscheinend negativ auf die Anzahl der verkauften Abonnements und die Auslastung ausgewirkt. Das weckt natürlich prompt den Unmut mancher Kommunalpolitiker, denen es an Weitblick und Mut zum Experiment mangelt. Die Tage von Matthias Lilienthal sind deshalb leider gezählt, was wir sehr bedauern.

Umso mehr muß man die Leistung von Christian Stückl bewundern, dem es seit Jahren gelingt, junge und vor allem auch noch viele Zuschauer in sein Volkstheater an den Stiglmairplatz zu locken. Ein Grund dafür ist sicher das radikal jung Festival. Mit radikal jung hat das Volkstheater im Jahr 2005 ein Festival geschaffen, das den Fokus auf junges Theater in Deutschland legt. Stückl trägt so zur Nachwuchsförderung auch ausserhalb von München bei und hat neben auch noch die Möglichkeit Talente für sein eigenes Haus zu entdecken.

Zum radikal jung Festival 2018 vom 14.-21. April 2018 werden junge Regisseure aus dem ganzen deutschsprachigen Raum mit ihren Produktionen eingeladen. Es bietet die Gelegenheit eine Reihe von hervorragenden Gastspielen zu sehen und bei den anschließenden Diskussionen die Köpfe hinter den Inszenierungen kennenzulernen. Ein weiterer positiver Aspekt ist, daß der Förderpreis in Höhe von  2500€ aufgrund der Bewertungen des Publikums vergeben wird. Die Fachjury des Festivals wählt lediglich vorab die eingeladenen Regisseure aus.

Folgende Inszenierungen wurden für radikal jung 2018 von der Jury eingeladen:

Romeo und Julia
von William Shakespeare
Regie: Pınar Karabulut / Schauspiel Köln

Mittelreich
nach dem Roman von Josef Bierbichler
Regie: Anta Helena Recke / Münchner Kammerspiele

Alles, was ich nicht erinnere
nach dem Roman von Jonas Hassen Khemiri
Regie: Charlotte Sprenger / Schauspiel Köln

Bilder deiner großen Liebe
von Wolfgang Herrndorf
Regie: Marie Rosa Tietjen / Thalia Theater Hamburg

Skelett eines Elefanten in der Wüste (UA)
von Ayham Majid Agha
Regie: Ayham Majid Agha / Maxim Gorki Theater Berlin

Fahrenheit 451
nach dem Roman von Ray Bradbury
Regie: Wilke Weermann / Schauspiel Stuttgart

Not Letting It In
von Jason Danino Holt
Regie: Jason Danino Holt / Freie Produktion

Orchiektomie rechts
von Noam Brusilovsky
Regie: Noam Brusilovsky / Freie Produktion

DON’T WORRY BE YONCÉ XS edition
von Stephanie van Batum und Stacyian Jackson
Regie: Stephanie van Batum

Valeska Gert – The Animal Show
von Marina Frenk
Regie: Marina Frenk / Maxim Gorki Theater Berlin

Tropfen auf heiße Steine
von Rainer Werner Fassbinder
Regie: Philipp Arnold / DT Berlin

Children of Tomorrow
von Tina Müller und Corinne Maier
Regie: Corinne Maier

JA EH! Beisl, Bier und Bachmannpreis
von Stefanie Sargnagel
Regie: Christina Tscharyiski / Theater Rabenhof Wien

Wer Karten erwerben will, muß sich beeilen. In den letzten Jahren war das Festival immer sehr schnell ausverkauft. Tickets gibt es auf der Webseite vom Volkstheater: https://www.muenchner-volkstheater.de/karten/kasse

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