#art 4. Mai 2018 //

PAM 2018 – Public Art Munich

PAM 2018 Public Art Munich 2018 - ISARBLOG

PAM 2018 Programmhefte | Foto: Monika Schreiner

Überraschungen im öffentlichen Raum wird es in den nächsten Monaten einige geben in München. Denn geplant oder ungeplant können Münchner BürgerInnen an den Aktionen des PAM 2018 Festivals teilnehmen. PAM steht für Public Art Munich 2018 und findet dieses Jahr nach einer fünfjährigen Pause zum zweiten Mal wieder stattfindet. Das Motto der diesjährigen Ausgabe: Game Changer. Das Thema bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten Dinge neu zu denken und somit offen für Veränderungen zu bleiben. Die Kuratorin Joanna Warsza hat in diesem Zusammenhang Künstler aus der ganzen Welt, aber auch aus München eingeladen, um dieses Thema in Performances umzusetzen.

PAM 2018 Public Art Munich 2018 - ISARBLOG

Artist Talk im Garten mit Aleksandra Wasilkowska | Foto: Monika Schreiner

“Gold für Natascha, Silber für Timofei” von Aleksandra Wasilkowska

Den Anfang macht am 30. April 2018 die polnische Künstlerin Aleksandra Wasilkowska mit ihrer Installation “Gold für Natascha, Silber für Timofei”, einer freischwebenen Decke in der Ost-West-Friedenskirche auf dem Gelände des Oberwiesenfelds, erbaut 1952 von dem russischen Eremit Timofei und seiner Frau Natascha. Ausgekleidet mit einem Mosaik aus silberner Schokoladenverpackungsfolie, hat die Kirche die Architekten zu dem Zeltdach des Olympiastadions inspiriert. Das Gebäude – eigentlich auf dem zu bebauenden Olympiagelände und zudem ein Schwarzbau, wurde so kurzerhand in den Park integriert. Es ist ein Symbol für die friedliche Kooexistenz zweier unterschiedlicher Welten und paßt zu dem Konzept der  “heitere Spielen”. Deshalb heißt die Installation auch Gold für Natascha, Silber für Timofei.

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Installation Gold für Natascha, Silber für Timofei | Foto: Monika Schreiner

“Parade of the W(e/a)k” von Anna McCarthy und Gabi Blum

Von der Ost-West-Friedenskirche aus startet auch die Prozession “Parade of the W(e/a)k” von Anna McCarthy und Gabi Blum”. Beide Künstlerinnen haben vorher bereits ein weiteres Projekt zusammen gemacht: NA EN DE NA EN DE NA WI DA (in der Schaustelle). Gemeinsam mit einigen Helfern und mit Musik bringen die Künstlerinnen die Ost-West-Friedenskirche ins Olympiastadium. Die Kirche, das Vorbild kommt zum Abbild, dem Olympiastadion. Zum Abschluss der Aktion malt Gabi Blum noch den Satz “Ihr kriegt uns hier nicht raus” auf die Einzelteile der Kirche. Vielleicht ein Verweis darauf, dass es sich lohnt für seine Ideen zu kämpfen, auch wenn es scheinbar ein Kampf David gegen Goliath ist.

Wir besetzen im wahrstem Sinne des Wortes zusammen mit den anderen Teilnehmern das Olympiastadion, in dem gleich im Anschluss eine weitere Aktion stattfindet: das Reenactment des legendären Fußballsspiels DDR – Bundesrepublik Deutschland bei der WM 1974 von Massimo Furlan. Der Schweizer Performance-Künstler inszeniert das historische Match, welches ursprünglich im Hamburger Volksparkstadion stattgefunden hat, mit nur zwei Spielern – nämlich Sepp Maier und Jürgen Sparwasser.

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Die Spielanzeige wie damals | Foto: Monika Schreiner

Sepp Maier verkörpert er selbst, der Schauspieler Franz Beil gibt den Stürmer Jürgen Sparwasser. Damit die Zuschauer die Aktionen des restlichen Spiel rekonstruieren können, wurden Radioempfänger an die Zuschauer verteilt, mit denen man die Original-Radiokommentare von beiden Staaten hören kann. Während der Kommentar der DDR eher förmlich rüberkommt, ist der Kommentar der BRD viel leidenschaftlicher.

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Unser Transistorradio | Foto: Monika Schreiner

Leider verletzt sich der Schauspieler Jürgen Beil relativ bald und muß ausscheiden. Das ist nicht vorgesehen, doch wer den Verlauf des historischen Spieles nicht kennt, der denkt zunächst, das gehört dazu. Auch den Flitzer, der in der ersten Halbzeit durchaus für einige Erheiterung sorgt, hat es in Wirklichkeit nicht gegeben. So verschmelzen an diesem Abend Historie und Gegenwart zu einer ganz eigenen Performance.

PAM 2018 Public Art Munich 2018 - ISARBLOG

Anna McCarthy mit Band | Foto: Monika Schreiner

In der Halbzeitpause gab es dann Würstel und Bier und ein kleines Konzert der Band von Anna McCarthy.

Wer nun Lust bekommen hat, das PAM 2018 zu besuchen, der kann sich im Festival Pavillion auf dem Viktualienmarkt oder im Internet informieren. Das Festival geht noch bis zum 27. Juli 2018 und bietet, hauptsächlich an den Wochenenden, an die zwanzig performative Kunstaktionen. Die Installation von Aleksandra Wasilkowska ist übrigens inzwischen in die Artothek umgesiedelt.

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PAM Pavillion  am Viktualienmart 2018 | Foto: Monika Schreiner

PAM  //  Public Art Munich 2018

30. April bis 27 Juli 2018
Verschiedene Orte in München
#publicartmunich2018
http://pam2018.de/

 

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