Die Endlichkeit des Seins

Die Ausstellung "Mein Anlitz auf Dieser Erde" der Malerin Naomi Lawrence und der Fotografin Bethel Fath ist ein Projekt des Christophers Hospiz Bogenhausen.
Naomi Bethel Ausstellung
Einladungskarte von Naomi Lawrence / Bethel Fath

Ich war noch nie in einem Hospiz, mußte nie dorthin. Dabei ist es durchaus ein Ort, der für mich die Hoffnung ausstrahlt, die letzten Tages des Lebens in Frieden zu begehen. Nun bin ich vor einiger Zeit der Einladung der Fotografin Bethel Fath gefolgt, mit ihr und der sozialengagierten Künstlerin Naomi Lawrence, die ich schon von früheren Arbeiten kannte, durch die Ausstellung “Mein Anlitz auf Dieser Erde” zu gehen. Angeregt wurde das Projekt von dem Christopherus Hospiz Bogenhausen, zugleich der Ausstellungsort. Das Konzept war es, die Bewohner und ihre Pfleger in ihrem jetzigen Umfeld zu fotografieren und diese Bilder mit einem oder mehreren Gemälden von Naomi Lawrence zu kombinieren. Entstanden sind sehr persönliche Porträts. Denn nicht nur ließen sich die Menschen in einem Lebensabschnitt ablichten, wo das nicht selbstverständlich ist, sondern sie gaben auch durch die Wahl ihres Wunschbildes aus Naomi Lawrences Werk weitere Züge Ihrer Persönlichkeit preis. Manchmal war es eine Katze, die die Fotografierten ansprach und eine Erinnerung oder ein Anliegen hervorrief, manchmal waren es Wörter wie “Soul” oder “Nada”. Naomi Lawrences Bilder erscheinen oberflächlich betrachtet heiter, fast wie Comics, beschäftigen sich aber mit tiefschürfenderen Fragestellungen wie den Tod. Da die Zeit im Hospiz oft nur auf wenige Tage, Wochen oder Monate begrenzt ist, haben alle Beiteiligten ihre Fotos kurz nach der Erstellung erhalten. Zum Teil haben sie sie weiterverschenkt und manch einer ist mit ihnen zu einem letzen Familienbesuch in eine ferne Heimat aufgebrochen.

Zugänglich ist die Ausstellung  “Mein Anlitz auf Dieser Erde” im Treppenhaus des Christophers Hospiz in der Effnerstrasse 93 tagsüber und wird dort mindestens noch bis zum Jahreswechsel 2013/14 gezeigt.

 

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