Wasser und Klang in Bad Kissingen

Früher nannte man es Sommerfrische, heute nennt man es Wellness. Doch denken wir beim Stichwort Wellnessurlaub meistens an die kalte Jahreszeit, im 19. Jahrhunderts war das noch ganz anderes. Da wurden die heißen Sommermonate genutzt, um von der Stadt aufs Land zu fahren. Gerade auch im Sommer läßt es sich prima kuren, wie wir in Bad Kissingen festgestellt haben.
Bad Kissingen Kissalis Therme - ISARBLOG
Saale in Bad Kissingen | Foto: Monika Schreiner Isarblog

Früher nannte man es Sommerfrische, heute nennt man es Wellness. Die Intention, die dahinter steht, ist dieselbe. Menschen gehen auf Reisen, um ihrer Gesundheit etwas Gutes zu tun. Heutzutage denken wir beim Stichwort Wellnessurlaub meistens an die kalte Jahreszeit, am Ende des 19. Jahrhunderts war das jedoch noch ganz anderes. Da wurden die heißen Sommermonate genutzt, um von der Stadt aufs Land zu fahren. Gerade im Sommer läßt es sich prima kuren und deshalb haben auch wir uns auf den Weg nach Bad Kissingen gemacht, wo wir eine Jahrhunderte alte Bäderkultur vorgefunden haben.

Bad Kissingen Kissalis Therme - ISARBLOG
Südländisches Flair im Kurpark Bad Kissingen | Foto: Monika Schreiner Isarblog

Bereits 823 wurde man in Bad Kissingen auf Heilquellen aufmerksam, die im Laufe der Zeit immer mehr Menschen anzogen. Vor allem das 19. Jahrhundert prägt das Aussehen von Kissingen, das um 1880 zum Bad erhoben wurde. Zu dieser Zeit war es bereits ein beliebter Treffpunkt der damaligen High Society. Zu den illustren Gästen zählte unter anderem die österreichische Kaiserin Sissi.

In der Art und Weise des Kurens hat sich zwischen damals und heute einiges geändert. Früher zog man sich zum Wannenbad in private Kabinen zurück und trank sein Heilwasser in der Wandelhalle im Gehen. Heute gibt es großzügige Thermen, Massageanwendungen und Fitnessbereiche.

Kissalis Therme Bad Kissingen | Foto: Monika Schreiner

Natürlich ist es nach wie vor Pflicht, zumindest einmal das Bad Kissinger Heilwasser zu probieren, das Ihr im Kurpark aus der Quelle zapfen könnt. Aber Vorsicht, das Wasser ist stark salzhaltig und hat einen bitteren Geschmack. Ich empfehle deshalb zügiges Trinken. Doch nicht zu viel, denn sonst kann es abführend wirken. 

Vergnügungen neben dem Kuren gibt es in Bad Kissingen einige. Bootfahren auf der Saale, Lamawanderungen, nächtliche Brunnenlichtspiele im Rosengarten oder eine Fahrt mit der Postkutsche. Überregional bekannt ist die Stadt für ihr Musikprogramm. Bereits 1837 gab es dort die ersten Kurkonzerte, die über die Jahre immer mehr wurden. Inzwischen gibt das Kurorchester innerhalb eines Jahres durchschnittlich 727 einstündige Konzerte auf verschiedenen Bühnen, was ihm auch 2012 einen Eintrag in das Guinessbuch der Rekorde beschert hat. Kein anderes Orchester kommt auf so viele Auftritte in einem Jahr. Wahrscheinlich besitzen auch deshalb viele der Einwohner Bad Kissingens Dauerkarten für die Veranstaltungen.

Bad Kissingen Kissalis Therme - ISARBLOG
“Konzertsaal” im Freien in der Kuranlage Bad Kissingen | Foto: Monika Schreiner Isarblog

Ein besonderes Highlight im Musikjahr ist der Kissinger Sommer, den es seit Mitte der 1980er gibt. Er geht von Juni bis Oktober und überall in der Stadt und darüberhinaus werden Konzerte abgehalten. Der Kissinger Sommer gehört inzwischen zu den renommiertesten Klassikfestivals in Deutschland. Zu den gastierenden Musikern gehören zum Beispiel Martin Grubinger mit den Wiener Symphonikern, der Starpianist Lang Lang oder Sol Gabetta. Das Konzerthaus von Bad Kissingen ist bekannt für seine herausragende Akustik. Kein Wunder, daß die Großen der Szene hier gerne auftreten.

Bad Kissingen Kissalis Therme - ISARBLOG
Max-Littmann-Saal Bad Kissingen | Foto: Monika Schreiner Isarblog

Daß sich Wellness und ein Konzertbesuch auch wunderbar verbinden lassen, haben wir bei unserem Besuch in den Kissalis Thermen erfahren dürfen. Anstatt mit Frack und langem Kleid sind wir dort mit Badehose und Bikini im Gepäck erschienen. Denn das Konzert fand in der großen Halle zwischen den Becken statt. Den Besuchern war es frei gestellt, ob sie das Konzert lieber auf dem Liegestuhl oder schwimmend im Pool genießen wollen. Wir haben uns eine Poolnoodle geschnappt und haben den Jazzklänge über und unter Wasser gelauscht. „Music for a while“ so der Name des Programms und auch zugleich der Band rund um die Mezzosopranistin und Opernsängerin Tora Augestad. Für das Late Night Concert haben sie Lieder von Kurt Weill, John Dowland und anderen interpretiert.

Music for a while | Foto: H.-J. Hummel/ KissSalis

Die Stimmung ist nicht nur für die Gäste ganz besonders gewesen, sondern auch für die norwegischen Musiker. Ihre ungebremste Begeisterung zeigte sich, als während des Konzerts einer der Musiker in Hemd und Hose ins Wasser sprang. So haben wir Stagediving auch noch nie gesehen. Insgesamt dauerte das Konzert eineinhalb Stunden. Dieser Zeitraum war im warmen Wasser, wenn man sich bewegt hat, gut auszuhalten.

Wenn Ihr schon in der Therme seid, dann solltet Ihr auf Euch auf jeden Fall ein weiteres Highlight nicht entgehen lassen: eine Klangschalenbehandlung im Wasser. Sie dauert in der Regel eineinhalb Stunden und findet im Solebecken statt. Ein bisschen kommt sich dabei vor wie auf einer Weltraumreise. Scheinbar frei schwebend im Wasser, mit Geräuschen von weit her. Ermöglicht wird dieser Zustand durch Schwimmpolster und sie bewirken auch, dass man trotz eines Gegenstandes in der Hand oder auf dem Bauch nicht untergeht. Werden dann die Schalen angeschlagen, breiten sich die Wellen nicht nur im Wasser sondern auch im Körper aus. Denn auch der Körper besteht zu siebzig Prozent aus Wasser. Das wirkt entspannend auf Körper und Geist. Zum Abschluss könnt Ihr noch, wenn ihr wollt, auf “Tauchstation” gehen. Die Therapeutin Marion Reusch bewegt Euch unter Wasser.

Klangschalenbehandlung | Foto: KissSalis Therme Bad Kissingen

Bei einem Bier am Stadtstrand oder einem schönen Stück Kuchen im Kurgarten Cafe könnt Ihr den Tag wunderbar ausklingen lassen. Unsere Empfehlung ist die Torte des Hauses!

 

Vielen Dank an die KissSalis Therme für die Einladung!

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