1:1 Concerts

Konzertbesuche sind in Zeiten von Corona sehr selten geworden. Denn in der Regel sind sie Kollektiverlebnisse in Sälen oder Stadien. Bei den 1:1 Concerts werden sie durch intime Momente ersetzt.

Denn bei 1:1 Concerts musiziert ein Musiker für nur einen Zuhörer. Eine sehr exklusive Veranstaltung, die an die Kammermusik im klassischen Sinne erinnert, bei der Musiker oft auch nur für einen gespielt haben, nämlich den Fürsten. Dennoch ist es bei den 1:1 Concerts anders. Denn der durch intensiven Blickkontakt findet ein Austausch zwischen Musiker und Zuhörenden statt.

1:1 Concerts
Konzert samt Sonnenuntergang auf dem Olympiaturm| Foto: 1:1 Concerts

Die Idee zu diesem Format stammt von der Flötistin Stephanie Winker, die an der Hochschule für Musik in Frankfurt als Professorin tätig ist. Zusammen mit Franziska Ritter, Christian Siegmund und Sophie von Mansberg hat sie sie zum ersten Mal 2019 erfolgreich anläßlich der Sommerkonzerte im Kloster Volkenroda in Thüringen umgesetzt.
Zu der Zeit war Corona noch kein Thema.

Durch die sehr intime Situation von nur einem Musiker und einem Zuhörer mit mindestens 2 Meter Abstand dazwischen, läßt sich das Konzept aber in Zeiten der Pandemie realisieren. Gerade für die Musiker bieten die 1:1 Concerts eine Chance, ihren Beruf auszuüben. Denn sie leiden unter den massiven Einschränkungen der Auftrittsmöglichkeiten, auch finanziell.

Kurz vor dem 1:1 Concert im Ägyptischen Museum | Foto: Isarblog

Die 1:1 Konzerte finden seit Mai 2020 in ganz Deutschland statt, von Hamburg bis nach Konstanz, aber auch in Australien und Dänemark. Für die Konzerte werden jedes Mal außergewöhnliche Orte ausgesucht. In München dienten zum Beispiel der Olympiaturm, das ägyptisches Museum oder die Burg Schwaneck in Pullach als Locations für die Popup Konzerte.

Bis zum Juli 2020 fanden insgesamt bereits 4000 dieser Mini-Aufführungen statt und es kommen immer neue Termine dazu. Wenn Ihr daran teilnehmen wollt, dann schaut auf der Webseite von 1:1 Concerts, ob Eure Stadt mit dabei ist und sucht Euch einen Termin aus. Das Konzert selbst dauert dann zehn Minuten. Ob Ihr dem schick oder in ganz normaler Kleidung beiwohnt, bleibt Euch überlassen. Eventuell müßt Ihr vorher noch einen Eintritt lösen. Bevor es losgeht bekommt Ihr eine kurze Einführung.

Das Ägyptische Museum als 1:1 Konzertort| Foto: Monika Schreiner

Dann werdet Ihr von einer Person zu Eurem “Blinddate” begleitet. Denn erst dann erfahrt Ihr, welcher Musiker mit welchem Instrument auf Euch wartet. Welches Stück gespielt wird, entscheidet der Musiker erst nach einem kurzen stillen Blickkontakt. Das ist der Moment, den die Musiker, die oft als Teil eines großen klassischen Orchesters spielen, als ganz besonders beschreiben. Die Situation ist inspiriert von Marina Abramovićs Performance “The Artist is Present”, die in New York vor zehn Jahren 271 Stunden lang jeden Besucher, der ihr gegenüber saß, schweigend betrachtete.

Aber auch für die Zuhörer ist es ein intensives Erlebnis, so nah dran zu sein an einem Musiker. Für viele ist es überraschend, was ein einzelnes Instrument an Klang und Gefühlen auslösen kann.

Allein nachts im Museum beim 1:1 Concert | Foto: ISARBLOG

Anderes als im Konzertsaal oder im Theater wird am Ende nicht geklatscht. Es herrscht ein kurze Stille bevor Ihr Euch erhebt. Wer sich trotzdem bedanken möchte, der schenkt ein Lächeln und nickt dem Musiker zu. Beim Hinausgehen bekommt Ihr dann einen Zettel mit dem gespielten Stück. Darauf vermerkt auch die Adresse, wohin Ihr spenden könnt, sozusagen anstelle eines Ticketkaufs. Wieviel Ihr geben wollt, bleibt Euch überlassen. Der Erlös geht an die Deutsche Orchesterstiftung. Denn die Musiker bei 1:1 Concerts spielen oft nicht für sich selbst. Sie unterstützen mit der Aktion in Not geratene KollegInnen. Sie selbst sind Teil von festen Ensembles wie dem Münchner Rundfunkorchester oder dem Polizeiorchester Bayern.

Die nächsten Termine der 1:1 Concerts sind der Dienstag, der 8. und der 15. Dezember 2020 jeweils zwischen 16 Uhr und 18 Uhr. Sie finden in Kunstgalerien ( u.a. Galerie FENNA WEHLAU ) statt, die zum Handel gerechnet werden und deshalb offen haben dürfen. Sie bilden sozusagen einen SAFE ART SPACe für die Besucher.

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