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Warren Suicide

Warren Suicide @ Kammerspiele München, 09.11.2011 | Foto: Gerhard Bauer

Ich sitze ganz vorne in den Münchener Kammerspielen beim Konzert der Band Apparat. Mir gegenüber in der Loge sitzt eine Frau, die ekstatisch zur Musik wippt. Auf dem Gesicht immer noch das Björklächeln, das sie die meiste Zeit hinter Ihren langen fast perückenähnlichen Haaren zu verstecken sucht.    Sie ist meine eigentliche Entdeckung des Abends. Zusammen mit drei anderen Musikern, einem Geiger, einem Cellist und einem Mann an den Synthesizern war sie die Vorband des Abends.  Der Name Warren Suicide. Wenn ich dem Wörterbuch glauben darf, bedeutet das soviel wie Selbstmord im Kaninchenbau. Seltsam.

Früher hat sich die Band dem Elektropunk verschrieben, heute machen sie sphärische Musik, die mich in ihrer Amelodik manchmal an Jahrmarktsmusik à la Tom Waits und dann wieder an Brian Eno erinnert, dem Pionier der elektronischen Musik. Die Experimentierfreude der Band ist gewaltig. Allen möglichen Dingen werden Töne entlockt, sogar einer Bohrmaschine. Auch die Geige wird phasenweise eher als Trommel benutzt denn als Streichinstrument. Besonders gut hat mir der verfremdete Klang des Hackbretts gefallen. Sowieso hat man das Gefühl, dass jeder Akteur auf der Bühne für eine Vielzahl von Instrumenten verantwortlich ist. Gespannt sieht man jedem Einzelnen zu, selbst wenn er mal nichts zu tun hat und nur mit geschlossenen Augen auf der Mitte der Bühne sitzt und sich zur Melodie der Musik bewegt. Leider, das Konzert war viel zu kurz. Deshalb freu ich mich schon auf das Nachhören zu Hause. Die aktuelle Veröffentlichung heißt “World Warren III”, aber auch auf das ältere Album  “Requiem for a Missing Link” bin ich auch gespannt.

Text: Monika Schreiner | Foto: ISARBLOG / Gerhard Bauer

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