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Kunst liegt auf der Strasse

Vorletztes Wochenende feierte die Stroke Art Fair ihr fünfjähriges Bestehen. Vom Mittwoch, den 30.April bis zum Sonntag, den 04. Mai konnte man auf dem Gelände der Praterinsel verschiedene Kunstprojekte bewundern und die Vertretungen von Galerien aus ganz Europa besuchen, begleitet von Partys oder Konzerte und täglich wechselnden Programm.

Angefangen hat alles eigentlich schon vor sechs Jahren im Münchner Tucherpark. In der ehemaligen Landeszentralbank hat die erste Stroke Art Fair stattgefunden. In den Kellerräumen des leeren Bürohaus, einer Off Location wie man sie selten in München findet, gab es junge Kunst zu sehen und vor der Tür entstand Kunst in Echtzeit. Organisiert wurde die Messe rund um Urban und Street Art von den Brüdern Marco und Raiko Schwalbe. Beide gingen mit ihrer Idee Kunst sozusagen von der Strasse in Galerien zu holen, bewußt von Berlin nach München, denn Graffitis sind auf Münchner Strassen eine Seltenheit.

Nun hat sich die Stroke Art Fair nach ihren Anfängen im Tucherpark und einem Zwischenspiel auf dem Zenithgelände scheinbar fest auf der Münchner Praterinsel etabliert. Eine gute Wahl. Zentral gelegen, Industriecharme und geprägt von einer künstlerichen Atmosphäre.
In den ehemaligen Atelierräumen präsentierten sich Künstler und Galerien, in den Kellergewölben nebenan befanden sich auf zwei Etagen weitere Stände. Die Messe ist gewachsen und hat inzwischen Eventcharakter erreicht. Vor allem ein junges Publikum strömt auf die Insel um günstig Kunstwerke, vor allem Druckgrafiken, zu erwerben oder sich Tatoos bei farbenpracht stechen zu lassen.

Überraschend war für mich, wieviele Münchner Galerien (Friday Galery, ponyhof-artclub, muca) auf Urban Art spezialisiert sind und auch neue Konzepte erproben wie Pablo&Paul, wo man Gemälde per Mausklick bestellen kann. Die Kunstwerke werden dann vom Künstler direkt an den Käufer verschickt, persönliche Widmung inklusive.

Meine persönlichen Favoriten der Messe waren die Katzenbilder von Thiago Goms. Auch die Stoffbilder von Nora Gres fand ich fazinierend, genauso wie die Tapeart von Max Zorn, der aus Packetklebeband stimmungsvolle Film Noir Welten erschafft.

Messe verpaßt? Die Nächste steht schon vor der Tür: die art muc. Diese findet vom 29. Mai bis 1. Juni wieder auf der Praterinsel statt und möchte als Plattform für Künstler gesehen werden. Darüberhinaus stellen auch ein paar Galerien wie Haeppi Pieces aus, aber auch Projekte wie 52 Masterworks versprechen spannende Einblicke.

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