Wer in München ins Theater geht und sich das Publikum einmal genau anschaut, wird feststellen daß die meisten der Zuschauer alles andere als jung sind. Dieser Tatsache entgegenzuwirken ist sicher nicht einfach. In den meisten Häusern wird jedoch zu wenig unternommen, um das Theater für die Generation der 20 – 40jährigen attraktiv zu machen.

Daß das Münchner Volkstheater an erster Stelle zu nennen ist, wenn es um Jugendförderung vor und auf der Bühne geht, verwundert kaum. Der Intendant Christian Stückl hat aufgrund seiner Arbeit in Oberammergau viel Erfahrung  bei der Besetzung von Rollen mit Darstellern, die noch keine große Theatererfahrung aufweisen können. Als Intendant hat er oft ein gutes Händchen bewiesen, wenn es darum ging die richtigen Leute aus den Theaterschulen an den Stiglmaierplatz zu holen.Brigitte Hobmeier, Maximilian Brückner, Nico Holonics und viele andere fanden in ihm ihren Mentor, der ihnen das notwendige Vertrauen gab.

Mit radikal jung hat das Volkstheater im Jahr 2005 ein Festival geschaffen, das den Fokus auf junges Theater in Deutschland legt. Stückl trägt so zur Nachwuchsförderung auch ausserhalb von München bei und hat die Möglichkeit Regietalente für sein eigenes Haus zu entdecken:

“Der Intendant des Münchner Volkstheaters Christian Stückl und der Festivalleiter Kilian Engels freuen sich die neue Generation der Theatermacher aus Europa in München vorzustellen und so an die Tradition der vorangegangenen Theaterfestivals anzuknüpfen. Das Rahmenprogramm bietet neben den von Sven Ricklefs moderierten Publikumsgesprächen, ein Konzert auf der Eröffnungsparty, eine Masterclass unter der Leitung von Jens Hillje für Regiestudenten und die Verleihung des Publikumspreises.”
Aus der Pressemitteilung des Volkstheaters

Zu diesem Festival werden junge Regisseure aus dem ganzen deutschsprachigen Raum mit ihren Produktionen eingeladen. Es bietet die Gelegenheit eine Reihe von hervorragenden Gastspielen zu sehen und bei den anschließenden Diskussionen die Köpfe hinter den Inszenierungen kennenzulernen. Ein weiterer positiver Aspekt ist, daß der Förderpreis in Höhe von  2500 € aufgrund der Bewertungen des Publikums vergeben wird. Die Fachjury des Festivals wählt lediglich vorab die eingeladenen Regisseure aus.

Radikal jung – Das Festival junger Regisseure 2012

Folgende Inszenierungen sind eingeladen:

Rocco und seine Brüder
 / Regie: Antú Romero Nunes, Maxim Gorki Theater

Korijolánusz / Regie: Csaba Polgár, HOPPart Company Budapest

Hate Radio (UA) / Regie: Milo Rau, International Institute of Political Murder

Faust / Regie: Moritz Schönecker, Theaterhaus Jena

Tschick (UA) / Regie: Jan Gehler, Staatsschauspiel Dresden

This is my dad (UA) / Regie: Ilay den Boer, Het Huis van Bourgondië Maastricht

Felix Krull / Regie: Bastian Kraft , Münchner Volkstheater

Der große Gatsby / Regie: Christopher Rüping, Schauspiel Frankfurt

 

Das komplette Programm gibt es hier. Wer Karten will sollte sich beeilen, in den letzten Jahren war das Festival immer schnell ausverkauft.


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