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Puls Festival 2016

[dropcap]N[/dropcap]och nie waren wir so früh da wie beim Puls Festival 2016. Die Auswirkungen unseres frühen Besuchs: kein Anstehen, gemütliches Kniffeln an der Bar und entspannte Photosession mit Weisswürsten. Auch die tolle Lichtinstallation im Garten haben wir ausführlich bewundern können. Dieses Jahr waren wir auch besonders gespannt auf die Bands, da wirklich viele kleinere und somit unbekanntere Bands am Start waren. Zeit also für Entdeckungen. Klar haben wir vorher ein wenig in von Puls zusammengestellte Playlist reingehört, aber ein Liveauftritt ist doch dann noch was anderes.

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Disco draussen | Foto: Monika Schreiner

Wie immer wollten wir möglichst viele Bands erleben. Doch auch dieses Mal waren viele der Konzerte so fesselnd, dass wir dann doch bis zum Schluss bleiben, obwohl wir fest vorhatten in das nächste Studio weiterzuziehen. Ich denke für einen Musiker gibt kein schöneres Kompliment.

In den Abend gestartet sind wir mit einer Band, die ich als einzige vorher schon bewusst im Radio wahrgenommen hab, nämlich Timothy Auld. Ihre Musik erinnert ein wenig an Milky Chance und hat durchaus Hitpotential. “Waste some time” ist ein wahrer Ohrwurm. Während der Songs springt  Timothy Auld gerne quirlig über die Bühne und geht sogar mit seiner Band für ein Akustik-Set in die Mitte des Publikums. Ich bin mir sicher, wir werden noch einiges von dem Briten mit der Wahlheimat München hören.

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Timothy Auld | Foto: Monika Schreiner

Ein Erlebnis der ganz anderen Art: Kero Kero Bonito. Verkleidet als großes japanisches Powerkaninchen hüpft die Frontfrau Sarah Midori Perry zu ihren Songs auf und ab. Niedlich und aggressiv zugleich. So voller Widersprüche wie Ihre Musik: eine Mischung aus englischem Nonsense Rap und japanischen Pop. Begleitet wird sie von ihren beiden Bandkollegen auf Keyboard und Synthisizern. Kero Kero Bonito bedeutet übrigens so viel wie Quak Quak Fisch. Was für ein schöner Quatsch.

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Kero Kero Bonito aus London | Foto: Monika Schreiner

[dropcap]E[/dropcap]ines meiner persönlichen Highlights des Abends war das Konzert von Nick Yume. Er ist sozusagen ein Wunderknabe. Er bringt sich autodikatisch Gitarrespielen bei, belegt nebenbei einen Songwriterkurs und unterzeichnet nach einem grossem Erfolg bei Youtube einen Plattenvertrag bei einem grossen Label. Und das mit 21 Jahren. Vor dem Puls Festival spielte er bereits als Vorband von Rihanna in Bukarest vor 30000 Leuten. Das Konzert in der Kantine des Bayerischen Rundfunks ist dagegen viel unmittelbarer. Ein aufgehender Stern zum Greifen nah. Auch Nick Yume hat englische Wurzeln und lebt zur Zeit in München. Mir gefällt neben seinen melancholischen Songs besonders seine unaufgeregte Bühnenpräsenz. Nick Yume spricht von den Momenten des Musikmachens von einer Traumwelt. Vielleicht hat er sich deshalb den Künstlernamen Yume (  japanisch für Traum ) gegeben.

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Nick Yume | Foto: Monika Schreiner

Im Studio 2 empfangen uns die Musiker von C.O.W. 牛 mit Masken auf der Bühne. Wie die Gorillaz früher, sind sie Studiomusiker, die eigentlich nicht vorhatten jemals aufzutreten und nun so versuchen ihre Identität zu verschleiern. Wie Roboter wirken die vier Musiker. Die auf Gesten reduzierte Bühnenshow ist für den Betrachter ungewöhnlich. Mir wird klar, wieviel Emotionen normalerweise transportiert werden, die nun fehlen. Trotzdem war die deutsch-chinesische Formation C.O.W. 牛 mit ihrem futuristischem Elektrosound ein Ereignis.

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C.O.W. 牛 | Foto: Monika Schreiner

Das komplette Gegenteil passiert im Anschluss im Studio 1. Drangsal heisst die Band um den Songwriter Max Gruber, die dort auftritt. Für mich eine Mischung aus den Ärzten, Soft Cell und The Cure. Die Musik klingt seltsam vertraut und bei dem Song “Allan Align” denkt man, wo hab ich das früher schon mal gehört. Drangsal will provozieren. Umso spannender ist es, dass sie mit dem Bayerischen Rundfunk Orchester spielen. Doch irgendwie passt es auch wieder zu dem Indiesound.

@drangsal live beim #pulsfestival im BR Funkhaus #music #rock #concert #festival #puls #band #live

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Die Tatsache, dass die Künstler an dem Abend mit einem Orchester des spielen dürfen, macht für mich die Konzerte beim Puls Festival immer zu einem ganz besonderen Erlebnis.

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Bayerisches Rundfunk Orchester | Foto: Monika Schreiner

Als Holzfäller mit der sensiblen Stimme wird RY X angekündigt. Und es stimmt: Gestalt und Stimme passen im ersten Augenblick nicht zusammen und doch werden sie nach kurzer Zeit eine Einheit. Man ist überrascht, dass eine “leise” Bühnenshow doch so fesseln kann. Zur Zeit ist der Australier in Berlin zu Hause.

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RY X | Foto: Monika Schreiner

Noch eine Besonderheit beim PULS Festival 2016: dieses Jahr wurden alle Konzerte aus den drei Veranstaltungsräumen live im Netz übertragen. Das Konzert der Hauptbühne im Studio 1 sogar in 360 Grad Videos.

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