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Schmankerltour auf dem Christkindlmarkt

Ein Baum mit mehreren Tausend Lichtern erwartet die Besucher des Münchner Christkindlmarkts auf dem Marienplatz. Mit der stattlichen Größe von vierundzwanzig Metern ist er nicht nur das Schmuckstück des ganzen Marktes, sondern auch der Ausgangsort für eine Schmankerltour, zu der uns muenchen.de eingeladen hat.

Der Münchner Christkindlmarkt gehört zu den größten Weihnachtsmärkten in Deutschland. Deshalb fand ich ihn bisher auch nicht so attraktiv, aber im Laufe der Tour hab ich ihn neu kennen und schätzen gelernt.  Ausgestattet mit einem Headset folgen wir unserer Gästeführerin Frau Waldorf. Sie hat uns nicht nur zu den interessantesten Schmankerlständen begleitet, sondern uns auch viel Wissenswertes zu den weihnachtlichen Traditionen erzählt.

Als Erstes haben wir eine kleine Runde über den Marienplatz gemacht und den Stand mit Christkindl-Leberkäs besucht. Hier wurde ich schon das erste Mal an diesem Spätnachmittag desillusioniert. Auch wenn sich das Gerücht hartnäckig hält, aber der Leberkäs kommt ursprünglich nicht aus Bayern, sondern wurde vom Kurfürst Karl Theodor im 18. Jahrhundert aus der Pfalz mitgebracht. Dafür gibt es nun einen echt bayerischen Christkindl-Leberkäs mit Ingwer und vielen verschiedenen Weihnachtsgewürzen gemacht.

Der Stollenkuchen ist eine Spezialität aus dem Erzgebirge | Foto: Monika Schreiner

Ein paar Buden weiter gab es Stollenkuchen zu probieren. Der hat mit dem eigentlichen Stollen nur soviel zu tun, daß man eine kleine Menge abzweigt und dann einen Kuchen auf Kartoffelbasis herstellt. Es ist ein für das Erzgebirge typisches Gebäck. Entstanden ist er dadurch, daß man in Sachsen auf diese Weise die damalige Mehlsteuer umgehen wollte.

Wir verlassen den Marienplatz in Richtung Rindermarkt, der zur Weihnachtszeit Sternenplatzl heisst, weil dort so viele Sterne als Dekoration hängen. Unser nächster Halt ist Spöckmeier’s Christkindlstüberl mit seinen Spezialitäten Glühbier und Stachelbier. Beides hatte ich vorher noch nie gehört. Beim Stachelbier wird ein Eisenstab bis zu Glühen erhitzt und ins kalte Bier getaucht, so dass ein warmer Schaum entsteht. Da der Schaum relativ schnell abkühlt, kann man die Prozedur mehrmals wiederholen.

Glühbier wir anders hergestellt. Es gibt verschieden schmeckende Basismischungen sog. Elixire, die man dann mit dem warmen Bier mischt. Getrunken wird das Glühbier aus einem blauen Krügerl. Man hat die Qual der Wahl. Nikolaus, Krampus oder dunkler Engel. Ich fand es realativ stark, aber nicht schlecht als Alternative zum Glühwein.

Darauf was Deftiges. Beim Altbairischen Spezialitäten Stand erwartete uns ein Dreierlei aus Maultauschen, Schupfnudel und Kässpatzen. Quasi als Nachspeise naschen wir von den Süssigkeiten des Honig Nougat Stands. Was wir als türkischen Honig kennen, stammt ursprünglich aus dem vorderen Orient und war eine Wegzehrung für Soldaten, weil sie mit den Zutaten Honig, Mandel und Eiweiss besonders nahrhaft war. Über dreissig verschiedene Sorten kann man dort kaufen. Sehr zu empfehlen sind die Eigenkreationen wie der Superfood Nougat oder der Christkindlmarkt Nougat.

Superfruit Nougat mit Aronia, Pflaume, Kirsche und Cranberry | Foto: Monika Schreiner

Nach einem kurzen Stopp bei den Rahmfleckerl in der Weinstrasse gings Richtung Krippenmarkt. Das ist der Teil von Christkindlmarkt, der sich in der Kaufinger Straße Richtung Stachus erstreckt. Beim Mandelhans kann man wirklich sehr gute gebrannte Nüsse ( Mandeln, Cashew, Haselnüsse etc. ) von hoher Qualität kaufen, die mit wenig Zucker hergestellt wurden. Die Bratäpfel sollte man dort ebenfalls probieren.

Das gefällt vielen: gebrannte Mandel ohne zu viel Zucker | Foto: Monika Schreiner

Ein echtes Highlight war für mich die Lebkuchenbäckerei. Schon die fesch gekleideten Damen in Rot haben ihre Wirkung. Hier bekommt man verschiedenste Lebkuchen, sogar ein veganer Lebkuchen ist mit dabei.
Besonders interessant war der Blick in die Backstube, wo wir einem Lebzelter über die Schulter schauen konnten.

Veganer Lebkuchen bei der Lebkuchenbäckerei | Foto: Monika Schreiner

Bei “Crambambuli” lassen wir unseren Schmankerlrundgang in Ruhe ausklingen. Der Name Crambambuli leitet sich übrigens von der roten Farbe einer Danziger Wacholder-Spiritose ab. Später wurde der Name auch allgemein auf Glühwein übertragen. Der Wacholder für den Glühwein bei Crambambuli stammt vom Münchner Ginhersteller The Duke. Vegan ist auch hier ein Trend. Neben einem Dornfelder Rotwein wird ein Grauburgunder Weißwein für Glühwein verwendet. Für alle die etwas Alkoholfreies bevorzugen, es gibt auch leckeren heissen Apfel.

Wer von Euch nun Lust bekommen hat, selber eine solche Tour mitzumachen, die Stadt München bietet die Probiertouren noch bis 23.12. an, jeweils im Zeitraum von 10 bis 18 Uhr. Hier gibt es weitere Informationen dazu.

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    Unterwegs mit Münchner Bloggern: Schmankerltour auf Münchner Christkindlmarkt › Blog muenchen.de - Geschichten aus unserer Lieblingsstadt
    20. Dezember 2016 at 14:01

    […] Isarblog: Schmankerltour auf dem Münchner Christkindlmarkt […]

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