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Mit dem Bulli durch München

Letzte Woche hatte ich die Ehre bei einer der ersten HeyMinga Touren mitzufahren. Die HeyMinga Touren sind ganz neu in München und bieten Stadttouren mit einem VW Bulli abseits der Touristenpfade an. Es gibt zwei verschiedene Touren, eine Kurztour in zwei Stunden und eine mit vier Stunden, die ich mitmache.

Unser Bus “Die Gerti” | Foto: Monika Schreiner

Los gehts beim Container Collective. Dort holt uns unser Guide Gini für die Tour ab und wir machen einen kleinen Spazierung durch das neue Werksviertel. Hier erklärt sie auch kurz das Konzept der Touren. Es geht nicht darum, Sehenswürdigkeiten abzuklappern, sondern ein Feeling für die Stadt zu bekommen, jenseits von den Hotspots, die bereits jeder kennt. So kann auch jemand, der die Stadt nicht kennt ihre Struktur begreifen und sich letztendlich ein Stück weit wie ein Münchner fühlen. Ganz nebenbei bekommt er von Gini den einen oder anderen Geheimtipp mit auf den Weg. Gini ist keine Stadtführerin im klassischen Sinne. Sie hat Architektur studiert und danach auch bei einer Eventagentur gearbeitet. Eigentlich kommt sie aus Niedersachsen, aber ihr Opa war Münchner. Für die Tatsache, daß sie erst fünf Jahre hier lebt, weiss Gini eine Menge und hat auch Einiges an Münchner Verrücktheiten selbst mitgemacht wie zum Beispiel das Eisbachschwimmen. Sie weiß also wovon sie spricht.

Hey Minga Touren Stadtrundfahrt München - ISARBLOG

Gini zeigt uns ihre Lieblingsplatze in München | Foto: Monika Schreiner

Als ich dann tatsächlich im Bus sitze, habe ich sofort das Gefühl von Urlaub. Es ist wirklich faszinierend, was das Geräusch eines Autos ausmacht. Da wir mit einem echten Oldtimer unterwegs sind, sind wir langsamer als der restliche Verkehr. Drängelnde Autos und deren Fahrer werden von uns mit einem Lächeln und einem freundlichen Winken bedacht. Da wundert man sich auch nicht, daß der Bus einen Namen trägt. Er heisst Gerti in Anlehnung an die Betreiberin der Fraunhofer Schoppenstube, eine ehemalige Münchner Institution.

On the road in München | Foto: Monika Schreiner

Unsere Tour führt uns erst durch Haidhausen, wo wir die Herbergshäuser ansehen und dann weiter zum Wiener Platz. Während der Fahrt erzählt Gini ganz ungezwungen die Besonderheiten des Viertels, so als ob sie uns zu Besuch hätte. Hin und wieder stellt sie eine Frage in die Runde und setzt eine Belohnung für die richtige Antwort aus. So verdiene ich mein erstes Getränk beim Stopp am Eisbach. Mit Giesinger Bräu und Co. stossen wir an und schauen den Eisbachschwimmern zu.

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Die ersten Eisbachschwimmer | Foto: Monika Schreiner

Von der Maxvorstadt zu Münchens höchstgelegenem Biergarten

Nach unserem kleinen Abstecher in den englischen Garten, gehts weiter in Richtung Maxvorstadt. Hier erfahren wir, wo genau die Grenze zwischen Maxvorstadt und Schwabing verläuft. Denn gerne werden Schwabing Gebiete zu geschlagen, die eigentlich zur Maxvorstadt gehören. Obwohl ich vorher schon eine Ahnung hatte, weiss ich nun genau Bescheid. Unser nächster Stopp ist der Olympiapark. Dort machen wir einen kleinen Spaziergang den Olympiaberg hoch. Von hier aus hat man einen wirklich schönen Rundblick ( bei günstigen Wetter sieht man von dort die Alpen ) und wir kehren bei der Olympia Alm ein, Münchens höchstem Biergarten.

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Ein Geheimtipp: die Olympia Alm | Foto: Monika Schreiner

Frisch gestärkt mit Obazdn und Brezn setzen wir unsere Fahrt fort und fahren über die Hackerbrücke in Richtung Isar zurück. Wir durchqueren die Ludwigsvorstadt und lernen die beiden Gesichter des Viertels kennen. Zum einen die laute Bahnhofsgegend und zum anderen das etwas noblere und ruhige Klinik- und Univiertel, das ab dem Kaiser-Ludwig-Platz beginnt.

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Münchens neueste Attraktion | Foto: Monika Schreiner

Bald schon sind wir an unserem Endpunkt angelangt, einem Platz am Auer Mühlbach, der eine ganz eigene Atmospähre hat und so idyllisch ist, dass man am liebsten gleich dort bleiben möchte. Tatsächlich ist hier die Tour noch nicht ganz zu Ende, denn die Gäste dürfen von hier aus mit einem Plan selbst noch die Gegend erkunden. Möglichkeiten gibt es viele. Entweder Untergiesing zu Fuss entdecken, einen Spaziergang an der nahen Isar machen oder dem Giesinger Bräu einen Besuch abstatten. Wer in die Innenstadt zurück will, kann zum nahegelegenen U-Bahnhof Kolumbusplatz laufen.

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Kleines Idyll am Auermühlbach | Foto: Monika Schreiner

Die vier Stunden sind wie im Flug vergangen. Ich fühle mich entspannt, habe viel entdeckt und auch als Münchner noch was dazugelernt. Alle Nichtmünchner bekommen auf der Tour einen Einblick, was die einzelnen Viertel ausmacht, ohne ganz auf Sehenswürdigkeiten zu verzichten. Sie liegen oftmals auf dem Weg, stehen aber nicht im Mittelpunkt der Touren. Im Winter können die Touren leicht varieren. Mitbringen solltet Ihr für die lange Tour auf jeden Fall wetterfeste Kleidung. Bei der kurzen Tour wird das Olympiagelände nicht angefahren. Dafür wird die Zeit im Schlachthofviertel ausgedehnt.

Ab Juni gehts richtig los, gebucht werden kann ab sofort

Richtig los geht’s mit HeyMinga Touren Anfang Juni, Ihr könnt Eure Plätze ab sofort buchen. In Kürze wird die rotweisse Gerti noch ein weiss-oranges Pendant bekommen. Der Name wird aber hier noch nicht verraten. Beide Busse können auch privat für einen Junggesellenabschied, Firmenevents oder Familienausflüge in Zusammenhang mit einer Tour gebucht werden, wobei acht Leute in einen Bus passen. Für die Zeit des Oktoberfests ist eine Special Tour geplant, die Hey-Wiesn-Tour.

49 Euro/Person – Dauer 4 Stunden HeyMinga Tour
39 Euro/Person – Dauer 2 Stunden HeyMinga Tour kompakt

Übrigens, Gini sucht noch Guides. Wer auch Lust hat, anderen seine Stadt zu zeigen, meldet Euch. Voraussetzung ist, Ihr könnt Bulli fahren.

ISARBLOG Tipp:  Falls Ihr mal in Hamburg seid, dort gibt es das Gegenstück zu den Hey Minga Touren, nämlich die Waterkant Touren.

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