#restaurant 9. Januar 2015 //

Street Food Market “Hall of Taste”

Eigentlich wollte ich ja zur Hall of Taste, dem wahrscheinlich ersten Streetfood Markt in München keinen Eintrag schreiben. Nachdem aber bei Facebook ein Kommentar unter unserer Ankündigung geschrieben wurde und das Thema scheinbar auch andere beschäftigt, möchte ich nun doch ein wenig was darüber schreiben. Nachdem wir von der Hall of Taste erfahren hatten, war die Vorfreude sehr groß. Wer schon einmal auf dem Borough Market in London oder beim Street Food Thursday in der Berliner Markthalle Neun war, weiß wie toll dieses Konzept ist und das es bestens funktioniert. München hatte bis heute nichts vergleichbares zu bieten, abgesehen vom Food Truck Court auf der letzten eat & style.

Holpriger Start für die Hall of Taste

Umso größer war nun die Vofreude auf die erste Hall of Taste, die heute im Munich Mixed Arts stattgefunden hat. Das ehemalige Heizkraftwerk in der Kathrina-von-Bora-Straße ist eine sehr schöne Location, allerdings ist der Zugang zur großen Halle durch eine einflügelige Stahltür ein wenig zu schmal und verwinkelt. Doch um überhaupt erst dahin zu kommen, mußte man erst einmal 2 Euro Eintritt “Unkosten-/ Kulturbeitrag” bzw. bezahlen. Bei dem Thema scheiden sich natürlich die Geister. Auf der Facebook Veranstaltungseite für den 09.01.2015 wird der Eintritt nicht direkt erwähnt, erst nachdem in den Kommentaren wild spekuliert wurde, hat man die 2 Euro als Kommentar bekannt gegeben. Wie auch bei anderen Designmessen und Verkaufsaustellungen in München hat man das Gefühl, es wird ein Eintritt nur aus dem Grund erhoben, weil man es sich in München ja erlauben kann. Hier liegt die Schmerzgrenze eben höher als in anderen Städten und das wird bewußt ausgenutzt. Nur in dieser Stadt kann den Leuten sogar noch für eine Dîner en blanc das Geld aus der Tasche ziehen. Ja, die Mieten und Nebenkosten in München sind hoch und die Veranstalter sollen auch was verdienen. Aber trotzdem muß es hier auch andere Möglichkeiten geben. Wenn man für den Eintritt einen Verzehr- oder Getränkebon bekommen würde, wäre doch allen viel mehr gedient. Daß es auch ganz ohne geht, zeigen viele andere Veranstaltungen.

Hall of Taste im Munich Mixed Arts

Einer der Food Trucks bei der Hall of Taste: Chivito – King of Sandwich | Foto: Gerhard Bauer

Die Hall of Taste bestand aus einer Gasse aus Street Food Trucks im Freien und einigen Verkaufständen in der der großen Halle. In der Mitte der Halle gab es zahlreiche Biertische, um sich zum Essen und Trinken niederzulassen. Auf der Bühne spielten Franz und Igor von Jukebox Coversongs auf Akustikgitarren und sorgten für den kulturellen Teil an diesem Abend. Einige der Foodtrucks kannten wir bereits von der eat&style und alle “Trader” erfreuten sich großer Nachfrage, so daß sich teilweise lange Schlangen bildeten. Bei schönen Wetter ist das überhaupt kein Problem, aber an einem Tag wie heute macht das Warten im kalten Wind keinen Spass.

Das Angebot an vegetarischen Speisen war leider etwas eingeschränkt. Ja, die intolerante Isi war da und es gab auch eine Pizza Rucola. Nun gut, dann haben wir uns bei Chivito angestellt und ein Veggie Sandwich sowie eines mit Schweinefleisch bestellt. Veggie war jedoch leider um 17:30 Uhr schon nicht mehr zu haben ( ebenso wie Rindfleisch ). Das ist zwar etwas peinlich, aber die Chivito Jungs werden sich darüber sicher am meisten ärgern und daraus lernen. Das Schweinefleisch Sandwich ( 6,50 Euro ) war übrigens sehr gut. Aber in Monikas Fall, die mit leerem Magen die Hall of Taste wieder verlassen hat, sind die zwei Euro Eintritt keine gute Investition gewesen.

Als wir wieder gegangen sind, war die Schlange vor der Kasse noch viel länger. Die Nachfrage nach einem Street Food Market in München ist anscheinend riesig und glaube nicht, daß die Veranstalter mit diesem Zuspruch gerechnet haben. Nicht auszudenken, wie viele Besucher mit etwas mehr Werbung und bei sommerlichen Temperaturen kommen würden. Andererseits war deshalb auch gut, die Premiere in den Winter zu legen. Wer Eintritt verlangt, muß den Besuchern auch was bieten. Und damit ist kein “Kulturprogramm” gemeint. Das kann ich woanders haben, deshalb gehe ich nicht auf einen Street Food Market. Die erste Hall of Taste war sicher nicht die Letzte. Es gibt noch einiges zu Verbessern, aber die Richtung stimmt.

Buchtipps: Foodtrucks & Auf die Hand

Zum Thema Streetfood und Footrucks haben wir noch zwei tolle Buchtipps für dich: Foodblooger Stevan Paul hat mit “Auf die Hand” ( 34,90€, Brandstätter Verlag ) das vielleicht beste Buch über moderne Takeaway Küche aus aller Welt geschrieben.

Eine große Auswahl an Foodtrucks und deren Betreiber stellt das Buch “Foodtrucks – Kreative Küchen auf Rädern” ( 29,95€, Prestel Verlag ) mit sehr schönen Fotos vor.

 

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5 Kommentare

  • Antworten
    Steffen
    10. Januar 2015 at 16:03

    Danke für den Bericht, viele Sachen hätte ich auch so formuliert.
    Zur Sache mit dem Eintritt: finde ich auch irgendwie ärgerlich, dass ich Eintritt zahle, um anschließend Geld ausgeben zu dürfen. Da müsste man als Veranstalter alternative Modelle entwickeln (Getränkeverkauf, Standgebühr für die Foodtrucks o.ä.) oder Kooperationen mit öffentlichen Stellen eingehen. In Brooklyn (jaja, sehr weit weg) wird der wöchentliche Smorgasburg Food Market z.B. von der Parkverwaltung organisiert. Allerdings stehen hinter MMA und auch der Hall of Taste eben keine wohltätigen Kulturschaffenden, sondern Leute die mit solchen Veranstaltungen ihr Geld verdienen. Da sind die 2€ nur konsequent. Allerdings hätte man von solchen Leuten – wie ihr ja richtig schreibt – durchaus auch eine professionellere Kommunikation im Vorfeld erwarten können.
    Der Mangel an vegetarischen Gerichten ist wirklich ärgerlich, vor allem weil ja zu erwarten ist, dass zu solchen Veranstaltungen ein hoher Anteil an VegetarierInnen kommen wird. Da sind Foodtrucks in den USA deutlich weiter, da gibt es immer was passendes. Das hängt aber weniger an der Hall of Taste sondern anscheinend an den BetreiberInnen der Foodtrucks allgemein.
    Es war übrigens nicht die erste Veranstaltung, denn seit letztem Jahr gibt es in München den Food Truck Circle, in dem sich einige der auch bei der Hall of Taste anwesenden zusammengeschlossen haben. Und die haben schon im Dezember eine kleinere Version am Amerikahaus (aber auch da ist mir der Mangel an vegetarischen Gerichten schon aufgefallen) organisiert (übrigens ohne Eintritt) und wollen das ab Februar monatlich anbieten.

    • Antworten
      Birungi Maku
      5. Februar 2017 at 16:34

      “Der Mangel an vegetarischen Gerichten ist wirklich ärgerlich, vor allem weil ja zu erwarten ist, dass zu solchen Veranstaltungen ein hoher Anteil an VegetarierInnen kommen wird….”

      Wir wollen gerne bei vielen Food Trucks Veranstaltung dabei sein, leider ist oft kein Platz für uns. Wir bitten Köstlichkeiten aus Uganda, als alternative haben wir bis zu 800Km weit weg von München uns beworben und oft mussen wir uns erst mal und überzeugen was wir anbiete, ABER vegetarische Gerichte sowie Glutenfrei, lactosefrei Gerichte haben wir auch. Ein Bloggerin unter der Name Tastmetu hat über uns ein tolle Kompliment Bericht geschrieben.
      Mein Vorschlag, Veranstalter sollen an Kreativität, “Auge fremdes Essen”, Gesundes Essen etc in die Richtung Ihren Priorität gehen.

      Unseren Essen: Gekochte oder Frittierte Muwogo(Maniok/Cassava/Tapuca), Lumonde (Süßkartoffel), Mayuuni(yam); alle Wurzel. Kabalagala, Kochbananen, Bohnen in SesamsamenSoße, Hühnerfleisch in Sesamensoße, Erdnusssoße, Sumbusa, Kawuunga(festgekochte Maizmehl mit Hühnfleisch oder Bohnen) etc

      Wähle Ihren foodtrucks richtig das ist es nicht verkert

  • Antworten
    Gerhard Bauer
    11. Januar 2015 at 18:27

    Zum Amerikahaus wollten wir im Dezember auch gehen, allerdings war glaub ich das Wetter so schlecht, daß wir davon abgesehen haben. Die Veranstalter sollen natürlich nicht leer ausgehen, aber irgendwie kann man das auch cleverer lösen. Ich habs mal im Kopf überschlagen und bin zum Resulatat gekommen, daß jede Essensportion nur 30 Cent mehr hätte kosten müssen, um den gleichen Betrag einzunehmen.

  • Antworten
    ISARBLOG unterwegs ... Berlin Reisetipps
    13. Februar 2015 at 07:38

    […] nicht den Streetfood Thursday entgehen lassen. Streetfood ist momentan stark im Kommen und auch in München wächst das Angebot gerade enorm. In der Kreuzberger Markthalle Neun findet jeden Donnerstag ab 17 Uhr das momentan […]

  • Antworten
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    30. Mai 2017 at 10:47

    […] das passende bieten werden. Selbst Veganer kommen auf ihre Kosten und dürfen sich auf die Intolerante Isi […]

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