#food 27. Juli 2016 //

Tausche Süsses gegen Saures

[dropcap]N[/dropcap]ein, wir haben nicht schon Halloween. Im Gegenteil, es ist Hochsommer und ich frage mich, ob ich überhaupt Kuchen backen soll, genauer gesagt Muffins. Die finde ich gut zum Mitnehmen und Teilen für Sonntag, denn da gehts zum Foodswap. Gelesen habe ich darüber schon viel und ich bin deshalb sehr neugierig. Aber was verbirgt sich genau dahinter? Begonnen hat die Bewegung in den USA ( Famers Markets ) und ist dann über Großbritannien nach Deutschland gekommen. Im Prinzip geht es darum Essen, das man selbst zubereitet hat, im privaten Rahmen zu tauschen.   

Jeder Teilnehmer bringt eine gewisse Stückzahl an Selbstgemachtem mit. Das können Gläser voller Suppe oder Marmelade, Kuchenstücke oder ähnliches sein und dann wird probiert, getauscht und über die Essenszubereitung  gefachsimpelt.

Foodswap ist auch in Deutschland auf dem Vormarsch

Swantje Havermann und Yelda Yilmaz fanden die Idee klasse und haben vor einigen Jahren den Foodswap nach Hamburg gebracht. Die zwei Frauen haben sich irgendwann in einem Cafe kennengelernt und entdeckt, dass sie sich beide für das Thema Food interessieren. So beschlossen sie, dass sie ihr Essen und ihre Rezepte gerne mit Leuten tauschen würden. Daraus entwickelte sich die Idee, den Foodswap für ihre Stadt Hamburg zu übernehmen. Inzwischen sind sie so erfolgreich, dass sie sogar ein Buch geschrieben haben mit eben dem Titel Foodswap.

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Tomatenmarmelade aus dem Buch Food Swap | Foto: Monika Schreiner

Foodswap in München

Im Dezember 2014 gab es in München den ersten Foodswap, veranstaltet von den Bloggern Heimo von schwarzthoughts.wordpress.com und Annette von Culinarypixel.de. Die Premiere feierten beide in der temporären Kultureinrichtung Eisfrei, die wir euch im ISARBLOG vorgestellt haben. Damals noch gab es einen Umkostenbeitrag von 2 Euro, nun hat sich einiges geändert. Seit Anfang des Jahres hat Mirca von M³Kitchen  zusammen mit Maren und Daniela  den Foodswap München übernommen. Gerade Mirca hat schon einige Erfahrung was unkonventionelle Food-Aktionen anbetrifft, da sie schon öfter mit ihrem Projekt M³Kitchen auf dem Restaurant Day mit dabei war.

Am Sonntag vor zwei Wochen radle ich also mit meinen frisch gebackenen Johannisbeermuffins zum angegebenen Treffpunkt in den Biergarten vom Hofbräukeller. Ich finde die Damen gleich, denn auf Facebook haben sie ein Bild von Ihren Standort gepostet und dort auch ein kleines Schild angebracht. Ein reichlich gedeckter Tisch erwartet mich. Denn es soll nicht nur getauscht werden, sondern vor allem auch gegessen werden. Allerdings haben die heissen Temperaturen wohl viele der Teilnehmer abgeschreckt. Außer mir waren nur noch zwei andere Teilnehmerinnen da. Alle Foodswap Neulinge so wie ich. Wir unterhielten uns sehr nett. Und mit Schorle und Bier liess es sich gut aushalten.

Etwa nach einer halben Stunde haben wir angefangen unsere Sachen zu tauschen. Normalerweise, so werde ich aufgeklärt, gibt es Karten, wo man sich für bis zu fünf Produkte entscheiden kann. Darauf ist vermerkt, was jeder mitgebracht hat und ob es Besonderheiten gibt. Zum Beispiel ob etwas laktosefrei ist oder nicht. Aufgrund unserer kleinen Runde brauchten wir diese Karten nicht. Wir haben auch so unsere Tauschgeschäfte gemacht. Ich habe meine Muffins gegen eine Flasche Holundersirup, ein Glas Pesto und eine Kartoffelsuppe eingetauscht.

Foodswap München | Foto: ISARBLOG München

Pasta mit Pesto | Foto: Monika Schreienr

Allerdings war ich nicht darauf eingestellt, dass es zwei Veganer unter den insgesamt sechs Teilnehmern gab. Beim Backen der Muffins habe ich zwar keine Butter verwendet, aber leider Joghurt. Das nächste Mal werde ich darauf besser acht geben, versprochen. Falls es Euch an Anregungen fehlt, dann kann ich Euch das oben erwähnte Buch empfehlen. Dort findet ihr Rezepte für Sachen, die sich gut zum Tauschen eignen wie zum Beispiel Aufstriche, Marmeladen, Chutneys oder Sirup. Sogar Gemüsechips sind dabei. Besonders spannend finde ich die Tomatenmarmelade. Die werde ich bei Gelegenheit ausprobieren. Das Schöne dabei, dass das Einwecken, was einige noch aus der Kindheit von den Grosseltern kennen, somit eine Renaissance erlebt.

Foodswap München | Foto: ISARBLOG München

Eine Auswahl der getauschten Köstlichkeiten | Foto: Monika Schreiner

Mein Rezept für die Muffins will ich Euch trotzdem nicht vorenthalten. Das gehört schliesslich zu einem Foodswap dazu. Ihr findet es im Anschluss des Artikels.

Für alle die jetzt Lust bekommen haben, der nächste Foodswap Termin ist für September geplant. Aber das ist noch nicht hunderprozentig sicher. Es lohnt sich auf jeden Fall die Facebookseite zu abonnieren.

Das Buch “Food Swap” von Swantje Havermann und Yelda Yilmaz  mit selbst gemachten Köstlichkeiten zum Tauschen und Teilen ist bei edel books erschienen und kostet 19,95 Euro, zu erwerben bei Amazon oder den  Buchhändlern unseres Vertrauens.

Johannisbeer Muffins

150 Gramm Johannisbeeren 
220 Gramm cremigen Joghurt
2 mittelgrosse Eier, am besten Freiland
100 Gramm Zucker
200 Gramm Mehl
1 Päckchen Backpulver
80 ml pflanzliches, neutral schmeckendes Öl
2 Päckchen Vanillinzucker
Muffinförmchen
  • Die Johannisbeeren mit einer Gabel von den Rispen lösen, waschen und mit dem Vanillezucker bestreuen und dann beiseite stellen.
  • Die restlichen Zutaten miteinander verrühren bis ein dickflüssiger Teig entsteht. Die Beeren jetzt vorsichtig unterheben. Den Teig in die Förmchen geben und circa 30 Minuten bei 150 Grad im Ofen backen. Achtung: die Backzeit variert je nach Ofen um 5 bis 10 Minuten.
  • Nach dem Auskühlen nach Belieben mit Puderzucker bestreuen.

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