#art/ #music 18. Dezember 2016 //

FLO** Zwischennutzung in Giesing

Neue Impulse für Giesing. Verantwortlich ist dafür das Künstlernetzwerk TamTam und Atelier Held ist mit ihrem Projekt FLO** ( Flozweistern oder Flosternzwei ). Vor ein paar Jahren gab es mit Puerto Giesing im früheren Hertie an fast gleicher Stelle an der Tegernseer Landstraße eine ähnliche Zwischennutzung. Ein Jahr standen die Räume der ehemaligen Stadtteilbibliothek Giesing leer, bevor die Macher Matthias Stadler und Gottfried Weber-Jobe im November einziehen konnten.

Flozweistern Flostern München Giesing - ISARBLOG

Das FLO** in Giesing | Foto: Monika Schreiner

Mit dem Umzug haben sie aus „Flostern” (FLO*), so benannt nach ihrer letzter Heimat -dem ehemaligen Flohmarktladen in Pasing, ein Flozweistern (FLO**) gemacht. Mitgenommen haben sie ins neue Quartier auch die für die damalige Location wichtige Tischtennisplatte, an der unzählige spannende Matches ausgefochten wurden.

Flozweistern Flostern München Giesing - ISARBLOG

FLO** überall | Foto: Monika Schreiner

Zum Auftakt am 11.11. liessen sie die neue Location passend zu St. Martin im Lichterglanz erstrahlen. Das Programm ist noch nicht endgültig festgelegt und immer mittwochs können die Giesiger Bürger dort eigene Ideen vorbringen. Als regelmässige Veranstaltung ist nun immer sonntags Frühschoppen geplant. Am heutigen Sonntag fand der erste dieser Art statt, verbunden mit einer Kunstauktion und einem Konzert. Kurz bevor die Band angefangen hat zu spielen, kamen die Künstler und nagelten ihre Kunstwerke an die Wand. Insgesamt alles sehr vielfältig, von Fotografie bis hin zum Giesinger „Holzdruck“, war alles vertreten. Bis in den Abend können sich die Besucher auf sogenannten Bieterlisten eintragen und dann ihr Gebot neben dem Bild platzieren. Wie überall bekommt der Meistbietende den Zuschlag.

Flozweistern Flostern München Giesing - ISARBLOG

Kunstwerk Giesinger Sternhagel vom FLO** Initiator Gottfried Weber-Jobe | Foto: Isarblog

Zu Essen gab es Weisswürste und Brezen und für die Musik sorgte die geniale Hochzeitskapelle rund um die die Gebrüder Acher (The Notwist).
Die Besucher sitzt rund um die Musiker im Kreis auf kleinen Hockern des Giesiniger Grünspitzs und ab und zu fliegen kleine Perkussionsinstrumente Richtung Publikum auf den Boden.

Als Showeffekt, als musikalische Einlage und zum Mitmachen zugleich gedacht. Die Band bezeichnet ihren Stil selber als folkloristisch-elegischer Rumpeljazz. Ich glaube, das trifft es ganz gut, denn stellenweise haftet den Stücken etwas Melancholisches an, was auf eher eine Trauerveranstaltung erinnert. Ein bisschen ist es für die fünf Musiker auch eine Gelegenheit, um ihre neue CD vorzustellen, die seit November auf dem Markt ist. Auch Dennis Scheck hat ihre Musik in der Dezemberausgabe der Fernsehsendung “Druckfrisch” schon vorgestellt.

Flozweistern Flostern München Giesing - ISARBLOG

Die Hochzeitskappelle spielt zum Frühschoppen | Foto: Monika Schreiner

Wir sind auf jeden Fall gespannt, was in den nächsten drei Monaten noch an Veranstaltungen kommt. Solange läuft die jetzige Erlaubnis der Stadt für die Zwischennutzung. Eine Verlängerung ist nicht ausgeschlossen. Angedacht sind ein Tagescafe, wechselnde Ausstellungen, Workshops und jede Menge Kultur, wie zum Beispiel eine Vortragsreihe, bei der Sammler ihre Sammlungen vorstellen. Aktuelle Informationen findet ihr auf der Facebookseite.

FLO** ( Flozweistern )

St. Martin Strasse 2, 81541 Giesing
U2 / Bus / Tram Silberhornstraße

 

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2 Kommentare

  • Antworten
    Peter
    26. Februar 2017 at 15:30

    Hallo Mitglieder der Künstlergruppe,

    Heute war ich im Flo an der Silberhornstraße. Dort sprach ich einen grauhaarigen Herrn an, der Weißwürste verkaufte. “Ich würde gern mit einem von denen reden, die das hier veranstalten” sagte ich. Er wiederholte meinen Satz mit halblauter Stimme und lief dann davon. Jetzt fragt er jemanden, ob der mit mir sprechen will, dachte ich, oder er holt Hilfe, weil er sich so alleine vor mir fürchtet. Aber nichts davon geschah. Er stellte sich irgendwo hinten auf, trocknete Kaffeelöffel ab und legte sie irgendwo ab. Nach zwei Minuten warf er mir noch einen kurzen desinteressierten Blick zu, und als sich nach weiteren zwei Minuten immer noch nichts Neues tat, ging ich. Ich hatte mich noch kaum Richtung Tür umgewandt, da sprach mich einer an, der Geld für die Band einsammelte. Wieder sagte ich meinen Spruch auf: “Ich würde gern mit einem von denen reden, die das hier machen”. Der Typ sagte dann, er sei einer von denen und Bildhauer. Damit war das Gespräch allerdings auch schon beendet, denn jetzt kam eine Frau vorbei und es entspann sich ein lebhaftes Gespräch zwischen ihr und ihm. Nun ja, irgendwann ging ich. Dachte mir dann so: Deren Formen der Kommunikation sind mit den meinigen nicht so ganz kompatibel. Das Ganze ist aber durchaus geiles Material für eine Kabarettszene.

    Gruß,
    Peter

  • Antworten
    Gerhard Bauer
    2. März 2017 at 13:06

    Hallo Peter, hast du unseren Artikel durchgelesen? Dann müßte Dir klar sein, daß wir nicht die “Künstlergruppe” sind, sondern dort wie Du zu Besuch waren und darüber geschrieben haben. Betrieben wir das FLO** von der Tam Tam ( http://www.tamtam-ok.de ) und dem Atelier Held.

    Grüße, Gerhard & Monika

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