#music 20. November 2014 //

Drunken Bear im X-Cess

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Drunken Bear im X-Cess I Foto: Monika Schreiner

Eigentlich sollte das X-Cess in jedem München Reiseführer stehen. Ursprünglich entstanden aus einer Dönerbude im Glockenbachviertel, wurde es schnell bekannt und beliebt durch seinen feierfreudigen Hausherrn Ismail, genannt Isi, dessen russische Generalsmütze erheblich mit zum Kultustatus beigetragen hat.

Nach dem Umzug seines Ladens vor drei Jahren an die Sonnenstrasse ist er noch mehr am Puls des Partyvolkes. Nennt sich doch das Gebiet am Ring zwischen Sendlinger Tor und Maximiliansplatz seit einiger Zeit Feierbanane. An der Stimmung im Laden hat sich wenig geändert, an der Verpackung einiges. Er ist nun untergebracht in einem zweistöckigen Raum aus den fünfziger Jahre. Die Wände vollgekritztelt mit schwarzen Stiften und allerlei Sprüchen. Für mich nur eine Frage der Zeit, wann die Wände durch die Gäste vollkommen schwarz geschrieben sind. Daran angebracht ist gleich neben dem Eingang eine numeriete Getränke-Parkstation sowie eine ehemalige DDR Vereinsflagge.

Neben den Abenden mit selbsterwählten DJs, finden im X-Cess auch Konzerte statt. Dann wird auf Fässern eine Bühne aufgebaut, so klein, dass Bands mit mehr als vier Mitgliedern Platzprobleme bekommen. Dafür ist die Stimmung fantastisch.

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Drunken Bear sind nach einem ihrer Songs benannt I Foto: Monika Schreiner

Mein Konzert des Abends sollten Drunken Bear sein, eine Newcomer Band aus Passau. Doch bis diese um elf Uhr  zu spielen anfingen, heizten Black Vodoo Train dem Publikum ein und zwar so laut, dass ich mich gefragt habe, wann die Mauern des x-Cess anfangen einzustürzen. Sehr lustig jedenfalls, dass der Gitarrist einfach auf Zurufen des Publikums die Bühne verlassen hat, um mit ihm gemeinsam vor dem Lokal eine Raucherpause einzulegen. Die restlichen Bandmitglieder jammten einstweilen weiter. Isi ging rum und verteilte in gewohnter Manier Lollis an die Damen und kleine Bierchen in Sektgläsern. Und dann endlich die Jungs von Drunken Bear.

Obwohl keine Hardcoreband, sondern eher im Indie Poprock Genre verhaftet, tanzte das Publikum zu den Songs Pogo und der Gig selbst ging weit bis nach Mitternacht. Nach einem etwas enttäuschenden Konzerterlebnis im nahelegenen Cord Club nur wenige Wochen davor, wurden nun die Band entschädigt.

Seit einem Jahr spielen die Vier jetzt zusammen, dabei waren sie bis vor kurzem zu fünft, doch ihr Hammondorgelspieler stieg aus. Nun besteht Drunken Bear aus den zwei Gitarristen Stefan und Rob, der zugleich noch singt und Tom am Schlagzeug sowie Kriss am Bass. Kennengelernt haben sie sich alle eher zufällig, wie auf einem kleinen Jazzfestival. Der Bandname “Drunken Bear” war nicht erste Wahl. Vorher nannten sie sich Miller. Doch schnell merkten sie, dass es nicht einfach ist, mit diesem Namen im Internet zu bestehen. Das Bild von einem betrunkenen Bär ist einprägsamer und zugleich widersprüchlicher, niedlich und aggressiv auf dieselbe Weise. Betrunken waren aber auf dem Konzert, auf dem das ein oder andere Bier floss, höchstens die Fans. Gerade kam auch ihr erstes Video heraus, das ich Euch nicht vorenthalten möchte. Es ist ein wirklich schöner Song, den die Jungs in ihrem Probenraum eingespielt haben.

Wer mehr über zukünftige Konzerte der Band erfahren möchte, empfehle ich Facebook und wer mehr über Passau, dem das Blog Kleinstadtgross, welchen der Drummer Tom schreibt. Für mich ist Drunken Bear ein ganz heisser Kandidat für das nächste Theatronfestival. Liebe Organisatoren,  ich hoffe, Ihr lest das…

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