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Chiemgau Team Trophy

Der Langlaufwettbewerb Chiemgau Team Trophy wurde Ende Januar diesen Jahr zum dritten Mal ausgetragen und wartete mit fantastischen Wetter auf.  Die Strecke geht über vierzig Kilometer und startet  immer in Inzell und geht über Ruhpolding  bis nach Reit im Winkl. Jeder kann mitmachen und weil es eine Team Trophy ist, werden alle, die sich alleine anmelden, in einem “Blind Date Team” vereint.

Zusammen mit Journalistenkollegen/innen nehme ich dieses Jahr am Wettbewerb teil und bin einigermassen aufgeregt. Denn schliesslich habe ich das Langlaufen tags zuvor erst gelernt und bergauf und bergab bin ich noch langsam. Ausgerüstet mit einer Startnummer und den Leihski finden wir uns kurz nach acht Uhr am Morgen in der Max Aicher Arena ein. Dort findet der Auftakt der Veranstaltung mit Musik und den lustigen Kuhmaskottchen statt, bevor dann die etwas über 500 Läufer Richtung Startlinie zur gegenüberliegenden Wiese aufbrechen. Eine Kapelle spielt, die Kühe winken, ein Fackelläufer hält ein Olympisches Feuer in der Hand (- ein Bezug zu den Special Olympics Landesspiele, die dieses Jahr in Hof ausgetragen werden-) und die Spannung steigt.

Die Chiemgau Team Trophy Teilnehmer fiebern dem Start entgegen | Foto: Monika Schreiner

Um 9 Uhr fällt der Startschuss und ein Huskyschlitten eröffnet, gefolgt von den Läufern, das Rennen. Zu meiner Beruhigung befinden wir uns ganz hinten im Feld, so dass wir die schnelleren Läufern nicht behindern. Sowohl klassisch wie Skating sind als Techniken zugelassen. Obwohl an der Chiemgau Team Trophy jeder teilnehmen kann, sollte man doch über ein gewisses Maß an Training verfügen. Es ist eine schöne Idee, in einem Gebiet, wo fast ausschliesslich Profiwettkämpfe stattfinden, einen Volkslauf zu veranstalten. Entsprechend gut wird der Wettbewerb auch bei der Bevölkerung angenommen. Es geht familiär zu. Die Teams bestehen aus Arbeitskollegen, Vereinen oder sind sonst irgendwie zusammengewürfelt. Fast bekommt man den Eindruck, Langlaufen ist eine Art Volkssport im Chiemgau. Es wird sich gemessen, aber man schaut auch aufeinander, dass man zusammenbleibt oder sich zumindest dann wieder bei der nächsten Station trifft, wo es Getränke und Essen gibt, das verbindet. Neben der besten Gruppenwertung, gibt es auch eine Wertung für das beste Kostüm. Mein Favoriten dafür waren von Anfang an das Himmelsfahrtskommando, vier Ministranten, die in dementsprechender Kleidung an den Start gingen.

Die Ministraten des Himmelsfahrtskommandos sind heisse Antwärter auf den Titel “Bestes Kostüm” | Foto: Monika Schreiner

Unser Team – von Anfänger bis Sprintweltmeisterin der Journalisten alles dabei – hat sich jedoch sehr schnell zerstreut. Zu groß sind einfach die Unterschiede. Anstatt von Ruhm und Ehre komme ich als Schlusslicht in den Genuss von einer leeren und traumhaft schönen Loipe. Und ganz allein bin ich nicht, Catharina war so lieb mich zu begleiten. Ab und zu kommt die Bergwacht vorbeigedüst und fragt, ob alles in Ordnung ist. Immerhin schaffe ich es bis zur Kesselalm, wo uns Evelyn vom Tourismusbüro Inzell abholte. Das ist nicht so weit, aber trotzdem erfüllt mich das Ganze mit Stolz. Mit dem Auto fahren wir nach Ruhpolding zum ersten grossen Stopp. Dort gibt es Suppe in Becher, Energieriegel und eine zünftige Musik. Für viele Läufer ein Grund einen kurzen Augenblick in der Sonne zu verweilen.

Kleiner Stopp mit Pause in Ruhpolding | Foto: Monika Schreiner

Weiter geht’s in Richtung Biathlonzentrum Ruhpolding. Entweder mit Skiern oder per Bus. Wer keinen Privatshuttle wie wir  hat, muss sich trotzdem keine Gedanken machen, wenn er nicht mehr kann oder wenn er eine Etappe auslassen möchte. Es gibt Busse, die von Punkt zu Punkt fahren und die Läufer mitnehmen. Von unserem Team sind nun die meisten ausgeschieden, nur unsere Weltmeisterin Steffi läuft noch mit und wir fahren nach Ruhpolding und warten dort auf sie. Natürlich sind wir schneller und sehen uns kurz die Biathlonanlage an, bevor wir in die Alm einkehren. Dort gibt es Kartoffelnknödel mit Apfelmus und kleine Kuchen für die Läufer.

Während Steffi weiterläuft, fahren wir in das Dreiseengebiet. Dort geht die Strecke auch vorbei. Wir drehen einige Runden mit unseren Langlaufski und fahren, nachdem wir Steffi auf ihre letzten Kilometer geschickt haben, nach Reit im Winkl, wo wir den Zeileinlauf verfolgen.

Und wir warten und warten. Alle kommen an, nur Steffi nicht. Schliesslich läuft sie als eine der letzen ins Ziel, bereits ausserhalb der Wertung. Ich bin irritiert und frage mich: wie kann das sein?  Sie ist durchtrainiert und sicher nicht langsam. Es muss wohl an der Technik liegen. Mit der klassischen Technik ist die Strecke von an die vierzig Kilometer in der vorgegebenen Zeit kaum zu schaffen, will man auch mal kleine Pausen machen, um was zu Essen.
Deshalb meine Empfehlung: Entweder skaten oder ein Stück mit dem Bus zu fahren ( Achtung, bitte unbedingt Plan mit Abfahrtzeiten beachten ), damit man rechtzeitig ins Ziel kommt. Trotzdem bleigt Steffi bleibt unsere Heldin des Tages und wird mit Applaus und Bier von uns empfangen. Und was das Himmelfahrtskommando angeht, hatte ich ich einen guten Riecher. Sie wurden tatsächlich für das beste Kostüm prämiert.

Steffi beim Zieleinlauf | Foto: Monika Schreiner

Facts Chiemgau Team Trophy

Termin: Ende Januar
Strecke: von Inzell über Ruhpolding nach Reit im Winkl, circa 40 km
Charakter: familiärer Lauf in schöner Landschaft mit kleinem Promifaktor

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2 Kommentare

  • Antworten
    Steffi
    11. Februar 2017 at 15:17

    Reit im Winkl schreibt sich ohne e. Sonst aber schöne Zusammenfassung!

    • Antworten
      Gerhard Bauer
      16. Februar 2017 at 20:30

      Ui, das müssen wir gleich korrigieren. Vielen Dank und Liebe Grüße in den Chiemgau!

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