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Unterwegs … in Berlin

Während wir in der Vergangenheit mit der Bahn, mit dem Flugzeug oder mit dem PKW nach Berlin gereist sind, haben wir diesmal auf dem Hinweg mit dem ADAC Postbus eine neue Variante ausprobiert. Man ist zwar im Vergleich zu den anderen Verkehrsmitteln am längsten unterwegs ( ca. 8:15 Stunden ), dafür es am günstigen und man kann im Bus auf eine flottes WLAN Netzwerk zurückgreifen. Zurück gings dann wieder dem ICE, was unsere liebste Reisevariante ist.

Bikini Berlin, Zoo Palast und C/O Berlin im Amerikahaus

Aufgrund unserer kurzfristigen Entscheidung für die Reise und des Termins ( Die Berlinale hat am Donnerstag begonnen ) war die Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten sehr begrenzt. Wir haben aber trotzdem ein schönes Apartment bei AirBnB gefunden. Beim nächsten Mal würden wir gerne im 2014 eröffneten 25hours im Bikini Berlin übernachten. Das Bikini Haus ist ein herausragendes Beispiel der Nachkriegsarchitektur in Berlin. Das denkmalgeschützte Gebäudeensemble war bereits ziemlich heruntergekommen. Im letzten Jahr wurde es nach einer aufwendigen Sanierung und Modernisierung neu eröffnet. Neben dem Hotel befindet sich dort eine Shopping Mall mit einigen tollen Geschäften. Momentan ist dort unter anderem ein Muji Popup Store, vitra und den neuen Laden des Berliner gestalten verlags, in dem auch schöne Designobjekte angeboten werden.

Berlin Reisetipps: Bikini Berlin | Fotos: Monika Schreiner

Bikini Berlin | Fotos: Monika Schreiner

Gleich neben dem Bikini Berlin steht der legendäre Zoo Palast, der bis 1999 das zentrale Wettbewerbskino der Berlinale war. Wer gerne ins Kino geht, sollte unbedingt dort eine Besuch einplanen. Seit seiner Renovierung vor zwei Jahren verbindet diese Kino auf wunderbare Weise die Technik und den Komfort des 21. Jahrhunderts mit der eleganten Kino-Architektur der 50er Jahre. Ein weiteres Kleinod der Berliner Kinokultur ist das immer noch mehr oder weniger im Originalzustand erhaltene Odeon in der Schöneberger Hauptstraße, in dem nur englischsprachige Originalfassungen gezeigt werden.

“Zu den Zierden Deutschlands gehören seine Städte. Unter ihnen ist Berlin weder die älteste noch die schönste. Unerreicht aber ist seine Lebendigkeit.”
Richard von Weizsäcker

Ebenfalls in den 50er Jahren wurde das Amerika Haus in der Hardenbergstraße am Bahnhof Zoo gebaut. Dort hat die Fotogalerie C/O Berlin seit dem letzten Jahr ihre neue Heimat gefunden. C/O Berlin war bis 2013 im Postfuhramt in der Oranienburger Straße beheimatet und wir haben bisher fast bei jedem unserer Berlin-Besuche dort Stopp gemacht. Passend zur Berlinale ist momentan bei C/O Berlin eine Austellung zum Kultfilm “Blow Up”  von Michelangelo Antonioni von 1966 zu sehen. Ein weiterer Teil unseres Kulturprogramms hatte ebenfalls mit Fotografie zu tun. Im Kulturforum am Potsdamer Platz haben wir uns die Mario Testino Austellung angesehen, in der über 120 teilweise sehr große und entsprechende beeindruckende Bilder des berühmten Modefotografen gezeigt werden.

Schwimmen und Shoppen in Mitte

Eines unserer Rituale in Berlin ist der Besuch eines Schwimmbads. Aufgrund der Lage unseres Apartments waren wir diesmal im Stadtbad Mitte, das in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts gebaut wurde und damals als eines der Modernsten in Europa galt. Ebenfalls sehr sehenswert sind die Stadtbäder in Neukölln und Charlottenburg, die beide noch älter sind. Alle drei sind natürlich nicht mit modernen Freizeitbädern zu vergleichen, aber wegen ihrer besonderen Architektur und Atmosphäre auf jeden Fall einen Besuch wert.

Stadtbad Mitt( links ), "The Store" im Soho House ( rechts ) | Fotos: Gerhard Bauer

Stadtbad Mitt( links ), “The Store” im Soho House ( rechts ) | Fotos: Gerhard Bauer

Obwohl wir schon oft in Mitte unterwegs waren, gab und gibt es dort immer besonders viel Neues zu Entdecken. Dieses Mal zum Beispiel “The Store”, der neue Laden im Erdgeschoß des Soho House, der erst seit einigen Tagen geöffnet ist. Die integrierte “The Store Kitchen” bietet eine große Auswahl an Getränken, frischen Säften und leckere Snacks. Im hinteren Bereich soll bald auch noch ein Co-Working-Bereich entstehen.

Bikini Berlin | Fotos: Monika Schreiner

Paper & Tea Store in Berlin | Fotos: Gerhard Bauer

Besonders gut gefallen hat uns auch das Paper & Tea Geschäft in der Alten Schönhauser Straße. Handverlesene Tees in wunderbar gestalteten Verpackungen und feines Geschirr zur Zubereitung der Tees kann man dort oder im Online-Store von P+T erwerben. Wer statt Tee lieber Kaffee möchte, ist ebenfalls in dieser Ecke bestens versorgt. Nahe dem Rosa-Luxemburg-Platz befindet sich die Kaffeerösterei The Barn, deren Produkte natürlich auch gleich vor Ort zubereitet werden. Dabei kommen neben der Siebträgermaschine auch Methoden wie Aeropress oder moderne Kaffeefiltermaschinen zum Einsatz.

Fernost in Berlin – Long March Canteen, Kimchi Princess, District Môt & House of Small Wonder

Kulinarisch hat Berlin seit Jahren schon jede Menge zu bieten, aber meist waren es gerade die asiatischen Restaurants, die uns am meisten begeistert haben. Bei unseren letzten Besuchen haben wir die fantastische Long March Canteen und das Kimchi Princess ( beide in Kreuzberg, Nähe U Görlitzer Bahnhof ) kennen und lieben gelernt. Diesmal haben es uns das District Môt und das House of Small Wonder angetan. Im District Môt gibt es eine spannende Auswahl an vietnamischen Gerichten in einem sehr bunten und einfallsreich gestalteten Ambiente.

Fernostküche in Berlin: District Mot ( links ), House of Small Wonder ( rechts ) | Fotos: Monika Schreiner

Fernostküche in Berlin: District Mot ( links ), House of Small Wonder ( rechts ) | Fotos: Monika Schreiner

Das House of Small Wonder dagegen ist nur tagsüber geöffnet und bietet japanische Speisen zum Frühstück oder Lunch. Es liegt sehr unscheinbar etwas abseits der Friedrichstraße. Beide Lokale werden sehr zahlreich besucht und man sollte gerade im House of Small Wonder zur Mittagszeit mit einer kurzen Wartezeit rechnen.

Kulinarische Gegensätze – Time Raue vs. Streetfood Thursday

Größer können Unterschiede eigentlich kaum sein: “Hausmannskost” vom Sternekoch Tim Raue und ein Imbiss auf die Hand in der Markthalle Neun. Doch trotz der Unterschiede haben beide Konzepte eins gemeinsam: Die Leidenschaft für gutes Essen. La Soupe Populaire, das dritte Restaurant von Tim Raue stand ganz oben auf unserer gastronomischen ToEat-Liste. In dem Restaurant in der ehemaligen Bötzow-Brauerei werden klassische Rezepte wie Königsberger Klopse oder Kabeljau auf Schmorgurke ( Foto ) entstaubt und auf moderne und leichte Art interpretiert. Küche, Ambiente und Service, alles ist stimmig und auf höchsten Niveau, jedoch ohne abgehoben zu sein.

La Soupe Populaire von Tim Raue in der alten Bötzow Brauerei | Fotos: Monika Schreiner

La Soupe Populaire von Tim Raue in der alten Bötzow Brauerei | Fotos: Monika Schreiner

Einige Tage vor unserem Besuch hat zufällig auch noch das vierte Restaurant von Tim Raue eröffnet. Das Studio Tim Raue liegt im Erdgeschoß der Factory Berlin in der Rheinsberger Straße. Dort haben einige bekannte Internet-Unternehmen wie Soundcloud oder Twitter ihre Büros. Die Karte im Studio steht immer unter einem wechselnden Motto wie zum Beispiel New York oder Japan und lehnt sich an die entsprechende Küche an. Wir waren zum Mittagessen dort und fanden die Gerichte sehr gut. Was die Auswahl der Gerichte und die Größe der Portionen betrifft, ist das Konzept für die Mittagszeit noch nicht stimmig. Aber vielleicht braucht es einfach noch ein wenig Zeit, bis das Studio Tim Raue seine Linie findet.

Studio Tim Raue in der Factory Berlin Foto: Gerhard Bauer

Studio Tim Raue in der Factory Berlin | Foto: Gerhard Bauer

Natürlich darf beim Berlin Besuch ein Abstecher in meine alte “Heimat” Kreuzberg nicht fehlen. Wir haben den wunderbaren Cheesecake im Five Elephant probiert, waren im ersten verpackungsfreien Supermarkt Original Unverpackt und haben uns viele neue Cafes in Neukölln angesehen, wie zum Beispiel das Zsa Zsa & Louie und die vegane Creperie Let It Be.

Obwohl wir bereits beim letzten Berlin dort waren, haben wir uns auch diesmal nicht den Streetfood Thursday entgehen lassen. Streetfood ist momentan stark im Kommen und auch in München wächst das Angebot gerade enorm. In der Kreuzberger Markthalle Neun findet jeden Donnerstag ab 17 Uhr das momentan größte und populärste Streetfeed Event statt: Der Streetfood Thursday. Viele der Besucher sind Stammgäste, die jede Woche ihren Lieblingsstand aufsuchen oder sich durch große Angebot durchprobieren.

Streetfood Thursday in der Markthalle Neun | Fotos: Monika Schreiner

Streetfood Thursday in der Markthalle Neun | Fotos: Monika Schreiner

Die Auswahl an internationalen Speisen kann sich sehen lassen: Ceviche aus Peru, Arancini aus Süditalien, vietnamesische Burger, Japanisches Curry oder Moules et Frites und vieles mehr. Selten sieht man soviel Leidenschaft für gutes Essen bei den Gästen und bei den Betreibern der Stände. Trotz des ganzen Trubels sind alle bestens gelaunt und zufrieden. Gut gelaunt haben wir auch die Heimreise nach fünf Tagen in Berlin angetreten. Aber es nur eine Frage der Zeit, bis wir wiederkommen.

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1 Kommentar

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    Taste Twelve 2017 - 12 Restaurants in München kennenlernen & sparen
    18. November 2016 at 07:58

    […] unserem vorletzten Besuch in Berlin haben wir zwei Restaurants von Tim Raue in Berlin besucht und waren vom Essen jedes Mal sehr […]

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